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Online-Publikation: Oktober 2008 im
Internet-Journal <<kultur-punkt.ch>>
Ereignis-, Ausstellungs-, AV- und Buchbesprechung
<< M. Najjar, Redner an der Donau-Universität, Krems 08-10: Blick
im 21. JAHRHUNDERT – "Wider den Analpha-BILD-ismus" >>
Najjar: "spare
room"
Ansätze auf internationaler bildwissenschaftlicher Konferenz der
Donau-Universität, Krems;
www.donau-uni.ac.at;
Najjars Arbeiten werden in der Berliner Galerie im Einstein Unter
den Linden vom 1. November bis 31. Dezember 2008 gezeigt:
www.einsteinudl.com; www.michaelnajjar.com;
Karsten Grebe, com berlin
communications;
grebe@comberlin.com;
www.harvard.edu;
www.uchicago.edu;
www.zkm.de;
www.hu-berlin.de;
www.uu.nl;
http://kunstwissenschaften.hfg-karlsruhe.de/;
www.zhdk.ch;
www.unibas.ch;
www.bbaw.de;
Berlin. Vom 16. bis 18. Oktober 2008 findet im Stift
Göttweig in der Wachau die internationale Konferenz BLICK im 21.
JAHRHUNDERT – Wider den Analpha-BILD-ismus der
niederösterreichischen Donau-Universität Krems, Department für
Bildwissenschaften, unter Prof. Dr. Oliver Grau statt. Zur zweiten
internationalen bildwissenschaftlichen Konferenz in Stift Göttweig
werden hochkarätige Wissenschaftler und Künstler ihre Ansätze
vortragen. Felice Frankel (Harvard University, Masschusetts),
Barbara Stafford (Universität Chicago, em.) und Peter Weibel
(Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe) halten die
Eröffnungsreden. Neben dem Medienkünstler Michael Najjar aus Berlin
werden u.a. Prof. Dr. Oliver Grau (Donau-Universität Krems), Stefan
Heidenreich (Humboldt-Universität Berlin), Prof. Dr. Ann-Sophie
Lehmann (Universität Utrecht), Dr. Martin Schulz (Staatliche
Hochschule für Gestaltung Karlsruhe), Susanne Schumacher (Zürcher
Hochschule der Künste), Prof. Dr. Nicolay van der Meulen
(Universität Basel) und Dr. Ingeborg Reichle
(Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften) sprechen.
Mit Rekurs auf Vilém Flussers telematische Gesellschaft referiert
Michael Najjar im Stift Göttweig über das postfotografische Porträt.
Anhand seiner jüngsten Werkgruppe bionic angel (2006-2008) zeigt er
auf, inwieweit das Medium Fotografie und moderne computergestützte
Techniken bei der Entstehung seiner Bildkunst miteinander verwoben
sind. Fotografien von Models aus Fleisch und Blut werden z.B. von
dem Berliner Künstler in komplexen Arbeitsschritten mit Hilfe von
Stylisten, Maskenbildnern, Beleuchtern, Computerprogrammen und
eigens konzipierten Algorithmen zu visionären Bildwerken
umgearbeitet. Die Arbeit the sublime brain aus bionic angel zeigt
das Portrait eines Menschen anhand der visuellen Erfassung der
Nervenfasern im menschlichen Gehirn und ihrer Verarbeitung in einem
dreidimensionalen Model als Basis des Portraits.
Michael Najjar verweist in seinem Oeuvre auf die Vision eines
posthumanistischen Körpers, der durch gegenwärtige Prozesse der
Gentechnologie und der künstlichen Manipulation zukünftig neu
definiert und transformiert wird. Die technologische Steuerung von
Individuum und Gesellschaft beschreibt Najjar als konsequenten
Entwicklungsprozess. In seinen Arbeiten greift er zu-rück auf
innovative wissenschaftliche Entwicklungen der Genetik, Robotik
sowie der Informations- und Nanotechnologie. Er bedient sich dieser
mit großer künstlerischer Freiheit, um seine Visionen in neuen
visuellen Ausdrucksformen zur Sprache zu bringen und verbindet
bravourös Fakten, Fiktion und Fantasie zu einem künstlerischen
Ganzen. Die neue visuelle Ausdrucksform aus der Verschmelzung von
analoger und digitaler Fotografie bezeichnet Najjar als
„Hybridfotografie“.
Fazit
Der Begriff von Michael Najjar's "posthumanistischen Körper" wird
zur Chiffre einer menschverachtenden Begriffswelt, die sich noch
steigert in der mit technologischer Steuerung von Individuen und
Gesellschaft die natürliche Welt mit einer neoliberal-innovativen
Wissenschaft der natürliche Mensch durch "konsequente
Entwicklungsprozesse" ersetzt oder ihm gegenüber positioniert zum
Zweikampf herausfordert und schliesslich dieser gegebenenfalls in
dieser Auseinandersetzung als zu schwach oder lebensunwert
mehrheitlich vernichtet werden kann. Dieses Anschleimen an die
Informations- und Nanotechnologie erinnert nur allzu sehr an den
Erfindertypus des Zyklon B und Konsorten, der "bravourös Fakten,
Fiktion und Fantasie zu einem KÜNSTLICHEN* Ganzen" schneidert um mit
im Boot, am Luxusdampfer der Future-Titanic
a'dabei zu sein heute in Göttweig morgen in der ganzen Welt. Mir
graust vor solchen hinter dem Fortschritt verschleierten
bestialischen Mode/l/l-Experimenten gegen unsere Art Mensch. w.p
*) jedenfalls nicht künstlerischen..
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