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Online-Publikation:
November 2008 im Internet-Journal <<kultur-punkt.ch>>
Ereignis-, Ausstellungs-, AV- und Buchbesprechung
<< Künstlerin > Eva Aeppli; Autoren > Andres Pardey, André Kamber:
Les Livres de Vie – Die Lebensbücher >>
Festeinband (Grobleinen, mit Siebdruck beschriftet)24 x 32 cm
288 Seiten, 224 Farb- und S/W-Abbildungen, ISBN 978-3-936636-78-9 28
Kehrer Verlag Heidelberg 2005;
www.kehrerverlag.com
Inhalt
50 Jahre lang hat Eva Aeppli Briefe, Manuskripte, Zeichnungen,
Grafiken und Fotografien, die ihr aus dem Kreis ihrer Freunde
zugeschickt worden sind, und eigene Materialien in großen Folianten,
die sie als Livres de Vie bezeichnet, gesammelt. Es ist über diese
lange Zeit eine Art »Autobiografie ohne Worte« entstanden. Weil
einige ihrer Freunde wichtige Personen aus Kunst-, Literatur- und
Wissenschaftskreisen waren, bedeuten die Lebensbücher auch ein
großartiges und sehr persönliches Dokument zur europäischen Kunst
der Nachkriegszeit. Heute sind die Livres de Vie im Besitz des
Kunstmuseums Solothurn.
Eva Aeppli, die 1925 in Zofingen, Schweiz, geborene Künstlerin, lebt
seit den frühen 50er-Jahren in Frankreich. Durch ihre Ehe mit dem
Schweizer Bildhauer Jean Tinguely und ihr Pariser Atelier in der
Impasse Ronsin – gegenüber der Werkstatt des bedeutenden Bildhauers
Constantin Brancusi – hatte sie enge Kontakte zur avantgardistischen
Kunstszene.
Eva Aeppli setzte sich stets über künstlerische Trends oder
Modeerscheinungen hinweg und schuf autodidaktisch ein unabhängiges
Werk von zeitloser Gültigkeit. Sie begann als Malerin und wandte
sich in den 60er-Jahren Figuren aus Seide, Samt und Baumwollstoffen
zu, die sie in einer eigens von ihr entwickelten Technik nähte. Von
Beginn an kreiste ihre Bildwelt um die grundlegenden menschlichen
Themen, die Gefühlswelt und den Tod. Mit zahlreichen Farbabbildungen
gibt das Buch erstmals eine Übersicht über Aepplis Schaffen: Neben
den Lebensbüchern auch Zeichnungen, Gemälde, Einzelfiguren,
Figurengruppen und späte Bronzen. Eva Aeppli. Les Livres de Vie –
Die Lebensbücher ist in mit Siebdruck bearbeitetes Grobleinen
gebunden und erscheint zur gleichnamigen großen
Übersichtsausstellung im Museum Tinguely in Basel.
Fazit
Die "Les Livres de Vie – Die Lebensbücher" der Künstlerin Eva Aeppli
zusammen mit den Autoren Andres Pardey und André Kamber zeigen einen
50 Jahre lang andauernden Beleg eine künstlerische Persönlichkeit
der Introvertiert-Deprimierten Eva Aeppli mit gelungenen
Fluchtbildern und -texten in Briefen, Manuskripten, Zeichnungen,
Grafiken und Fotografien, die Betrachtende in ihren Zeit-Bann zu
ziehen scheinen... wir erleben die Gestaltungskraft und Nähe der
zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit der französischen Tendenz zu
Links , Existenzialismus und Nihilismus gleichermassen, als auch zu
Niki de Saint Phalle, Tinguely und den magischen Surrealisten wie
zum Verliebt-Sein zwischen Nekroman(t)ie und Nekrophobie,was
zugleich den ästhetischen Wert ausdrückt. w.p.08-11 |