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W+B Agentur-Presseaussendung Januar 2004
<<Unmerkliche Alltags-Entrückung als Gestaltungswerkzeug>>
Katalogbuch- und Ereignisbesprechung
<<Jean Baudrillard: Die Abwesenheit der Welt. Fotografien>>
Ausstellung: Kunsthalle Fridericianum, Kassel, 14.12.03 – 29.2.04
www.fridericianum-kassel.de
Katalog: 64 S.; sw-/farbige Abb.; kartoniert.
Jean Baudrillard, bekannt als Philosoph und
Soziologie, aufgrund seiner aussergewöhnlichen Systemtheorie, thematisiert
an Objekten, der Verführung, Simulation und vom Verschwinden der Realität.
Seit 20 Jahren ist Baudrillard auch als Fotokünstler tätig. Beide
Vorgangsweisen, die seines Denkens und seines gestalterischen Tuns
verschmelzen in seinen fotografischen Werken zu einer Synästhesie.
In 100 Farbfotografien werden vorwiegend Ausschnitte, und Nahansichten von
unserer Alltagswelt gezeigt – vie trivial , ganz im Sinne auch von dem
heute zumeist vergessenen Arthur Koestler, in der sich blitzlichtartig die
tragische Ebene zeigt, das Vergehen und Verschwinden des Vordergründigen.
Das Höhlengleichnis Platons wird sichtbar.
Gleichzeitig
und zum Teil vor Baudrillard, gibt es fotografische KünstlerInnen wie
Marga Prankl, Basel, fotomalerisch, Paola Agosti und Zsoltan Nagy, Rom,
sw-fotografisch – alle in der Internetgalerie kultur-punkt.ch zu finden, die diese Tendenz der beinahe
unmerklichen Alltags-Entrückung gleichermassen brillant beherrschen.
Mit Recht spricht die Ausstellungsgestalterin Barbara Heinrich von
lakonischer Schönheit und grosser Intensität und zitiert in ihrer
Einführung Baudrillard selbst: „ Fotografieren ist nicht, die Welt als
Objekt zu nehmen, sondern sie zum Objekt werden zu lassen, ihre Alterität,
die unter ihrer vorgeblichen Realität vergraben ist, freizulegen“. Das ist
dieser Ausstellung insgesamt auch gelungen.
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