- Duchamp, Marcel– und die Alltagsverfremdung
W+B Agentur-Presseaussendung März 2002
<<Überzeitliche Kunst-Bewegtheit von Duchamp zu Tinguely...>>
"Ich bin ein Prototyp, den alle Epochen brauchen": Marcel Duchamp
Ereignisbesprechung
Ausstellung: 20. März bis 30. Juni 2002
Museum Jean Tinguely Basel /
cadeau@active.ch
Buch-Katalog: SFR 59,-;
Verlag Hatje Cantz
Die Basler Präsentation des Schaffens Marcel Duchamps zeigt sowohl
retrospektiv als auch den imaginären Einfluss seiner künstlerischen Arbeit auf
das Werk von Jean Tinguely.
Dank der Nachlass-Berechtigten Jacqueline Matisse Monnier, Tochter von Alexina
Duchamp entstand in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit dem bedeutenden
Ausstellungsgestalter Harald Szeemann erstmals diese Werkschau, die den
Zeitraum von 1887 – 1968 erfasst.
Marcel Duchamp hat mit seiner rigid-provokativen, parodischen Sichtweise
erstmals im 20sten Jahrhundert eine Gegen-Alltagskunst / Ready-mades / DADA
geschaffen, die sowohl Weltkrisen als auch –kriege überdauerte und bis zur
amerikanischen Pop Art, den Wiener Aktionismus, zum Teil Art Brut,
Postmodernen Parodie und der Recovered Art (geomantisch-achtsame Gestaltung
mit Zivilisationsreststoffen: Def. D. Rez) ihre markanten Spuren hinterlässt.
Die Schau konzentriert sich dabei den Zusammenhang des Schaffens von Jean
Tinguely (1887-1991)im Zusammenhang mit Gestaltung von Marcel Duchamp
aufzuzeigen.
Dabei kommen das Mechanische, Bewegte, Spielerische und die Satire nicht zu
kurz.
Insbesondere die Ready-mades, in denen ein anonym-industriell produziertes
Alltagsobjekt: Fahrrad, Pissoir... zum Kunstwerk erklärt wird, wobei
Zufall-Methode (ähnlich John Cage..) als künstlerisches Ausdrucksmittel
realisiert wird.
Dieser Einfluss von Duchamp in seinen 3 Stoppages Etalons, 1913/1964,
(in etwa "3 sich ausbreitende (frz.) Verstopfungen (engl.)". Dieses
Spiel, Sprachen und parallel sich räumlich ausdehnende Parodie in Text und
Bildhaftigkeit kennzeichnet präzise den Stil des DADA bis zur RECOVERED ART (
siehe u.a.Rubrik Artshop/Skulptur in
www.galerie-kulturpunkt.de ).
Für Tinguely wird die künstlerische Ausdruckskraft Duchamps zu Initiation, zur
konspirativen Inspiration par exellence. Optisch-rotierende Reliefs von Duchamp
verwandeln sich in der Intention der Arbeiten von Tinguely zu kinetischen
Skulpturen.
Diese parodisch-provokative Kunst brauchen wir mehr denn je –heute.
Von einmaliger Intensität, Innigkeit und ausstellungsgestalterischer wie
–pädagogischer Kompetenz kündet die exzellente Zusammenarbeit der Direktion
unter der Leitung von Guido Magnaguagno, Mitarbeiter und Pressesprecher
Dominique Mollet; dem international renommiertern Gestalter Harald Szeemann, den
Nachlassverwaltern Jacqueline Matisse- Monnier, Paul und Peter Matisse und dem
Sachwalter des poetischen Archivs von Duchamp Jacques Caumont, das durch ein
Glasfenster zu besuchen und zu bewundern ist, sowie dem Verlag Hatje Cantz mit
dem Autorenteam Elisabeth Bronfen, Dieter Daniels, Marc Decimo und Herbert
Molderings. Nicht zu vergessen das Interview mit Jean Tinguely den Menschen und
das Werk von Marcel Duchamp.
Duchamp-Pressekonferenz: 19.3.02
Auf-Zeichnung: Digitaldruck sw, limitierte Auflage 1-5, auf Aquarellbüttenpapier
42x30cm, handsigniert v. W.Prankl, den 5 Protagonisten persönlich gewidmet.
Duchamp-Pressekonferenz: 19.3.02
Digitaldruck farbig, nach Bleistift + Aquarell, limitierte Auflage 1-10,
auf Aquarellbüttenpapier 42x30cm, handsigniert v. W.Prankl
Die Originaldruckgrafik ist für 100 EURO erhältlich.
Die Auflage-Zahlenfolge von 1-5 ist bis 30. April 2002 für die Protagonisten
reserviert. |