Willkommen im Internetjournal Kultur-Punkt

Präsentation

Galerie/Zeitgefährten Gesundheit PlatonAkademie4/PA4 Kontakt

Ereignisse

Sammlung Tischkultur PA4 >Diskurs< SWR2-Aula Interessenten

Kulturreisen

Kunst / Design Buchtipps PA4 <Diskurs-Runden> Impressum
Kultur-Reisebücher Architektur / Lebensraum Belletristik PA4 -Glossar /  >google  
 Start < Suchen   Auszeichnungen                               Öffentliche Schelte 
 
87<<Instinktiv-singuläre Kunst/Skulptur statt akademischer Mief>>
W+B Agentur-Presseaussendung vom Februar 2001
<<La Fabuloserie - Museum der Teufel und Engel>>
Mit Beiträgen von L. Dauchin, H. G. Golinksi, S. Hiekisch-Picard, M. Ragon und L. Vandrey
www.wienand-koeln.de
Katalog/Biografie, Wienand Verlag, Köln; 2000; 132 S.; kartoniert; mit 60 farbigen und 21 s/w-Abbildungen, Zeichnungen und Tabellen; DEM 68.- / ATS 476.- / SFR 54.50

La Fabuloserie steht in Puisaye, Departement Yonne, im Burgund. Dieses heutige Musée de l'art hors-les normes / Museum der Kunst ausser der Norm ist von Alain Bourbonnais, gestorben 1983, im erfolgreichen Brotberuf Architekt, Filmer, Bühnenbildner, selbst ein Künstler der l'art brut (rohe, rauhe Kunst?), wie es Dubuffet ihm aufoktrieren wollte. Seine Frau Caroline führt heute das Museum:
"Fabuloserie setzt Hoffnung, Vertrauen in die Menschen, die sich ihre Imagination nicht zerstören lassen" sagt sie zu ihrer"Überraschungskammer".
1978 entdeckte L. Dauchin Bourbonnais Sammlung und seine eigenen Arbeiten. Er ist es auch, der die Innigkeit und Tiefe dieser Persönlichkeit am deutlichsten zu erzählen weiss und uns "Alain" lebendig nahe bringt. Seine Sammlung umfasst 57 "Traumbastler" (Fabelkunst, Öko-ästhetische Figuren, Szenen, individuell-mythisch, Anm.d.Rez.).
Parallel zur Sammlung l'art brut, Lausanne; Hans Prinzhorn (D) und Leo Navratil (A), die vor allem die "Kunst der Geisteskranken" dokumentieren, ergänzt die Fabuloserie die magisch-trancehafte Seite einer Kunst, die abseits der akademisch-avant-gardistischen Bewegung agiert.
Dschinn, Schamanismus sind dazu Stichworte aus der ethnografisch-kulturellen Szene, die diese lang-zeitlich-assozierende Kunst erweiternd erhellen.
Jedenfalls ist es Leicht- und Un-Sinn dieser Kunstbewegung als "pathophysisch" (laut Katalog) d.h. als funktionell-gestört zu bezeichnen. Es kennzeichnet damit die Kennzeichner mit ihrem akademisch-arrogantem Schubladisieren.
Was geschieht in der individuell-mythischen Kunst tatsächlich: Aus Fundstücken wie Naturfindlinge, Verkommenem und Ungestaltetem erarbeitet der "antikulturelle Schöpfer" (Bourbon-nnais) neuartige, überraschende Synthesen (ähnlich surrealen Objet trouvés): dazu dienen von Deponien und Abfalleimern sowie Weggeworfenes wie Treibholz, Damenstrümpfe, Bindfäden, Stoffetzen, Spielzeug, Kartenspiele, Puppen, Karton, Anstreichfarbe..
Dieser abseitige Schöpfer arbeitet spontan, emo-tional, antiintellektuell. "Lust herausholen" kenn-zeichnet Bourbonnais als sein Kredo. Schon sein Grossvater schnitzte Wurfbudenköpfe (Kirmes-kunst, dazu steht er), der Ausgangspunkt für seinen eigenen Anfang.
Das Museum umfasst 1200 Objekte und 120 Künstler "Wahlverwandte" wie er selbst sagt, dieser de l'art singulier = von anderen verschie-den, regelwidrig, ausgefallen, erstaun-lich, son-derbar, bizzar, kurios, wunder-lich auch schrullig..
Das ganze Unterfangen dient Bourbonnais, auch als Ausgleich zum multimedial-globalen Internet mit Handarbeit alten Stils, als Um- und Neu-orientierung der Kultur und Sensibilität. Er pocht auf das Recht von sich auszugehen. Auch wenn es wild, anarchisch-libertär wirkt und ein indi-viduelles Befreiungsmittel darstellt.
Wir ziehen den virtuellen Hut vor dieser instinktiv-singulären Kunst, die uns als Vorreiter dient, um der Fingertip-Generation eine handgreifliche Möglichkeit zu bieten, statt ihrer Turnschuhe, die Hand-Werkfähigkeiten mit öko-ästhetischen Mitteln zu trainieren. Für Diese alle ist dieses Buch ein Muss.

 


Um diesen Artikel zu drucken markieren Sie ihn bitte mit gedrückter Maustaste und kopieren ihn in Ihr
Textverarbeitungsprogramm z.B. Word. !Bitte DIN A4 QUER ausdrucken!
  

Copyright © 1999-2010 [kultur-punkt.ch]. Alle Rechte vorbehalten.
Stand: SEPTEMBER 2010