W+B Agentur-Presseaussendung August 2004
<<Gastlichkeit in den schweizer Bergen>> Buchbesprechung
<<Richi Spillmann: Berg-Beizli-Führer 2003/2004 – Bergrestaurants am
Höhenweg>> Auf 441 Seiten,
teilweise dreisprachig (D/F/I) sowie 29 Kartenregistern sind alle Lokale
farbig abgebildet. Mit 11 Piktogramm-Symbole-Gruppen die Speisekarte eines
jeden Lokals; 12 Symbole für die Infrastruktur beinhaltend
Übernachtungsmöglichkeit, Kinderfreundlichkeit,Kreditkarten, usw. –
dazu die Hausspezialitäten in der jeweiligen Landessprache vermerkt. 9
topographische Regionen erleichtern die Lokalsuche. Verlag Richi Spillmann,
8955 Oetwil a.L, 2004 /
http://www.spillmanndruckag.ch/ /
info@spillmanndruckag.ch
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einsame Land-Beizli in der freien Landschaft der Schweiz werden in einem
handlichen Format (11x21x1,8 cm) dargeboten. Das Kunstdruckpapier ist
allerdings bei wetterbedingter Feuchtigkeit für Aussenbetrachtungen – auf
dem Weg zum Beizli – ungeeignet.
Besonders penetrant wirkt die endlose Selbstdarstellung der
Fotourheberrechte, die unentwegt in den Grossfotos zu oberst eingebettet
sind, was die Betrachtung der Bildinhalte durchgehend und zuallerletzt
immer wieder auf eine falsche Fährte lenkt…nämlich nach Oetwil an der
Limmat: Was für effiziente Lleser ein Greuel bedeutet
(Redundanz-Häufung)..
Ein Piktogramm von 10 Symbolgruppen (insgesamt 50 Einzelpiktogramme fällt
besonders ins Auge: Es ein rote Herz-Symbol. Es steht für eine
Gemütliche Ambiance. Diese wird zumeist von den beiden Autoren selbst
vor Ort erlebt und dokumentiert, wie sie in der Einführung vermerken. Das
Schwarze Herz-Symbol steht für eine Variable Gastfreundschaft (ungenügenden Empfang, Service, Ambiance, z.B. vorkommendes Motto
„Gast droht mit Bestellung“). Dieses Symbol taucht selten auf, was
auch auf die sensible Beurteilungsmethode der Kundennähe vom Autor
Spillmann schliessen lässt.
Gehen wir auf diese herzliche Messlatte der Gastlichkeit näher ein, so
bemerken wir regional-bemerkenswerte soziografische Differenzierungen:
Es
liegen somit Emmental und Wallis mit ihrer Gastlichkeit der
Bergbeizen allen voran.
Es folgen danach auf gemeinsam ähnlicher Höhe wie Graubünden, Ost-,
Westschweiz und Berneroberland im Mittelfeld. Jura mit der
Innerschweiz bilden somit das Schlusslicht mit ihrem ländlichen Charme.
So können diese volkskundlich-kulinarischen Betrachtungsweisen und andere
vielfältigen Aspekte aus diesem zwar trocken aufzählenden und auch
alphabetisch im Anhang gut gegliederten Stichwortverzeichnis der
Berg-Restaurants zu einer kundennahen wie bergkundigen Erlebnistour
führen. En guete! Guten Appetit!
Wer dann noch immer genügend Appetit aufbringt auch die Landbeizen
aufzusuchen, der bemerkt im Vergleich zu Gastlichkeit den eklatanten
Unterschied zwischen den Berg- und Tal-GastgeberInnen. Die roten Herzen
schlagen am Berg um die Hälfte langsamer als im Talboden. Das sagt sicher
nichts über die Qualität der Gastronomie aus, sondern zeigt die höhere
Introvertiertheit und Zurückhaltung zur Welt, die hier volkskundlich und
topografisch verknüpft sehr schön zum Ausdruck kommt. Die extravertierte
Welt bleibt da oben aussen vor. Gut so. Wir brauchen heute gute Muster für
den Rückzug aus dem Stress der globalen Flut von Eindrücken. Der Berg und
ihre Bewohner rufen uns – dazu hinauf.
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Stand: FEBRUAR 2012