108 <<Lebensgestaltung – im Bezug zum Anderen>>
W+B Agentur-Presseaussendung vom April 2001
<< Dieter Sturma: Philosophie der Person>>
Die Selbstverhältnisse von Subjektivität und Moralität
Diskursbuch; Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn – München
– Wien - Zürich / Mentis Verlag, Paderborn: 376 S; kart., DEM
68,- / ATS 496,- / SFR 60,80
www.schoeningh.de
Dieter Sturma, versucht in dieser Untersuchung, die zugleich seine
Habilitationschrift darstellt, die Kluft zwischen Theorie- und
Praxis-Filosofie zu überbrücken, was ihm auf geistreiche Weise auch
gelungen ist.
Sein Kernanliegen gilt der Erlebnisperspektive der Person. Dabei
pendelt er geschickt zwischen ei-nem puritanen Fysikalismus und dem
metafysi-schen Dualismus.
In elf Kapiteln führt Sturma konsequent vom Selbst zum Anderen
(wobei er Platon völlig ausser acht lässt):
Er beginnt mit einer begriffs- und kulturge-schichtlichen Annäherung
(I-II), kritisiert vermindernde Denkansätze (Reduktionismus) an-hand
des Selbstbewusstseins (III-IV), konzentriert sich auf die personale
Identität (V-VI) und bereichert diese mit der Praxis der
Selbst-verhältnisse (VI-VIII) und kommt so vom Selbst zum Anderen
(IX-X). Abschliessend analysiert Sturma die Ethik des Lebens im
Selbst, nähert sich dabei der Nussbaum’schen Liste für eine neue,
lebenspraktische Gestaltung und fasst noch-mals, auf die Grundzüge
der Filosofie der Person rückblickend, geschickt zusammen.
In dieser stufenweisen analytischen Entfaltung werden die Positionen
der Filosofie, neben Aristoteles und Boethius, insbesondere von
Descartes, Locke, Leibniz, Kant, Hegel, Rousseau und Wittgenstein
vor allen zur Beurteilung heran-gezogen. Die Filosofie der Gegenwart
wird dazu klarstellend in Beziehung gebracht. Dabei werden von ihm
selbst (13) Literaturhinweise als auch von Tugendhat, Taylor und
Henrich (5), Nagel (7), Martha Nussbaum (4), Gerhardt, Höffe und
Rorty (4) ausführlich diskutiert.
Dieter Sturma‘s Fazit:
Die Ausschöpfung des Potentials personalen Lebens kann sich über
vier Erweiterungsschritte vollziehen und so in einem bewussten Leben
im Selbst integriert werden. Diese "Ferne" (Blickweise,
Zielsetzung..) umfasst:
-Wissenschaftlich - das Unbewusste und Emotive;
-Praktisch - das Selbst-Verhältnis, über die Zeit hinweg;
-Moralisch - die Anerkennung des Anderen;
-Existenziell - die Gestaltung des eigenen Lebens (Sturma
nennt dies: Kontingenz).
Diese hervorragend vor-diskutierten Zielsetzungen lassen viel Raum
zum erweiterten Diskurs und la-den uns auf eine anspruchsvolle und
zugleich bele-bende Art ein mitzugestalten. |
|