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121<<Alltags- und Lebensgestaltung in China>>
W+B Agentur-Presseaussendung vom Juni 2001
<<Johannes Müller: Kulturlandschaft CHINA>>
Anthropogene Gestaltung der Landschaft durch Landnutzung und Siedlung
Herausgegeben von Prof. Dr. Detlef Busche, Uni.Würzburg, in der Reihe Perthes Geografie im Bild
Justus Perthes Verlag, Gotha und der Klett-Gruppe Stuttgart, 1997/2001; 342 S.; 420 Farbfotos 17 Karten, Tabellen, Grafiken; 33 x 25 cm; Fadenbindung; DEM 138,- / ATS 1007,-FR 122,- / EUR 70,56
www.klett.de
Der Autor, Dr. Johannes Müller, 52, Würzburg, ist ein exzellenter Experte für Landschaftsökologie, selbstän-diger Gutachter und Berater für privater Planer und öffentliche Institutionen. Er bereiste, mit seiner Frau als Mitautorin, China sechs Mal, beschränkte sich auf bestimmte Regionen und verbrachte über ein Jahr vor Ort.
Bereits im Vorwort werden wir mit der chinesischen Kalligrafie vertraut gemacht, die sich als Überschrift und bei Fallbeispielen durch das ganze Buch durchzieht. Dr. Müller verwendete für seine eindrücklichen und Erkenntnis aufweisende Aufnahmen vermehrt ein 110 mm Objektiv mit einer 6x12 cm Aufnahmequalität, bestehend aus zwei Teilbildern mit einem 40° Bildwinkel.
"Der unbestreitbare Vorteil zusammengesetzter Panoramen" überzeugt uns Dr. Müller "ist, dass die beiden Teilbilder zwei Zentralperspektiven aufweisen. Dadurch wird das Auge des Betrachters.. sozusagen auf einen beweglichen, offenen Fluchtpunkt gelenkt ( Anm.d.Rez.:das entspricht einer geomantischen Perspektive, statt der üblichen geometrischen mit dem festen Fluchtpunkt):
Und Dr. Müller setzt fort:" Damit wird erreicht, dass das Gesamtbild ruhiger wirkt und den Betrachter einlädt mit dem Auge darin spazierenzugehen."
Hier wird spätestens dem Kunstkenner klar, wie sehr dem Autor die alte chinesische Landschaftsmalerei Shan Shui vertraut ist und diese anwendungsspezifisch aktualisiert hat.
Im inhaltlichen Teil 1-3 gestaltet der Mensch das ihn umgebende Agrar-Ökosystem zur Kulturlandschaft um.
Im Teil 4 entsteht so im äusseren China "grobes Getreide" (zaliang) und im inneren China Teis (meiju).
Teil 5 befasst sich mit der Kontrolle durch den Menschen. Dabei wird die Erosion eingegrenzt, die Bewässerung differenziert eingesetzt (Pumpe, Bewässerung, Hangkanal, natürliche Überschwemmung genutzt). Hinzu kommt eine entsprechende Viehhaltung sowie Arbeitsintensität und Produktionssteigerung.
Teil 6 beschäftigt sich mit der Landnutzung und Architektur von 1600 v.Chr. bis heute.
Dr. Müller bringt es auf den Punkt: Bezüglich Sozialstruktur und Rechtsnormen, dem autochtonen Umweltverständnis (auf der Grundlage der spezifisch-chinesischen Umsicht > Fengshui = Geomantie. Dabei spielt die Auswahl der Dorflage und der Innenräume eine bedeutende Rolle, mit Auswirkung auf die entstehende Kulturlandschaft.
Weiter geomantische Architekturfaktoren werden musterhaft behandelt: Randlage des Dorfes, Auslassen eines religiösen Mittelpunktes, kompakte Grundrisse und Südorientierung der Gebäude, enges Wegenetz, Symmetrie und das Joch als Tragsystem bis zu Ein- und Zweigeschossigkeit.
Schliesslich werden 26 Fallbeispiele paradigmatisch und präzise vorgeführt. Diese vertiefen den Einblick und zeigen eine von Menschen musterhaft gestaltetes Argrar-Ökosystem, das sowohl das Umfeld, die Architektur wie das Innere des Menschen (Fengshui, Geomantie und Shanshui..) und uns übrigen Erd-Bewohner und -Gäste- begreiflich macht.
Denn, da jeder Fünfte, bald jeder Vierte ein chinesischer Erd-Nachbar ist, erschliesst dieses, vom Verlag Perthes hervorragend editierte Muster - Buch zur Alltags- und Lebensbewältigung auch für unsere Zukunft essentielle Möglichkeiten, dank Dr. Johannes Müller.


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   Stand: FEBRUAR 2012

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