W+B Agentur-Presseaussendung Juli 2004
<<Mythische Urbanität - Ein Muster der Gegenwartsrückgewandtheit>>
Buchbesprechung
<<Reinhard Lebe: Mythos Venedig>>
Geschichte und Legenden aus tausend Jahren
246 S.; zahlreiche s/w-Abbildungen; gebunden, mit Schutzumschlag; EUR
18,60
Hohenheim Verlag, Linden Verlag, Stuttgart, Leipzig; 2003/
hohenheim@klett-mail.de /
www.klett.de
Dr. phil. Reinhard Lebe, 69, Berliner, Historiker, Germanist und
Theaterwissenschaftler, ab 1962 Lektor und Verlagsleiter in deutschen
Verlagen und heute Publizist.
Tausend Jahre Venedig hat sich Reinhard Lebe vorgenommen uns lebendig
darzustellen.
Voran gestellt werden die Mythen gegliedert in profan
(strapaziert), national und weiterwirkend.
Begonnen hat es mit dem Wirken des Markus-Evangelisten in der Lagune.
Fabeln und Fakten vermengen sich. Das passiert nicht nur bei dieser
Heiligenlegende.
Wie sich nun dieser Mythos entfaltet wird durch das Wunder des
Wiedererscheinens verstärkt und so wird er zum Logo zum urbanen Corporate
Image, wie hier es heute im Stadtmarketing definieren.
Markus wird so zum Staatsoberhaupt und der Mythos des Imperiums entsteht:
Drei Achtel werden bei jeder Transaktion für die Herrin der Meere
eingestrichen. So entsteht Venedigs legendärer Reichtum. So wird Venedig
im Zenit bestaunt und im Niedergang verklärt – bis heute lebt es von
dieser kongenialen Gegenwarts-Rückgewandtheit gekonnt.
Weiter im Kontext: Bonaparte ante portas, schwarze Legenden entstehen, die
Gondel und Maske dienen als Versteck in gefährlichen Situationen und sie
werden zum Stegreifspiel im feierlichen Miteinander.
Dabei entsteht das poetische Venedig und das Thema Tod, ähnlich und doch
ganz anders wie die Wiener Urbanität es gleichfalls jahrhundertlang
kultivierte.
Der solide Anhang enthält Anmerkungen, Bibliografien, Personenregister und
Bildnachweise.
Das Buch
zum Mythos Venedigs von Reinhard Lebe ist eine Mythen-Truhe mit geordneten
Fächern und überschaubarer Ordnung. Wer Venedig sich hintergründig statt
hinterhöfisch und poetisch nähern möchte hat mit diesem Buch den Eintritt
in das Mythische gefunden. |