W+B Agentur-Presseaussendung Mai 2003
329<<Streitschrift gegen den globalen Neoliberalismus>>
Buchbesprechung
<<Horst Kurnitzky: Die unzivilisierte Zivilisation>>
Wie die Gesellschaft ihre Zukunft verspielt
259 S.; gebunden; EUR 24,90
Campus Verlag, Frankfurt 2002,
www.campus.de
Horst Kanitzky, Philosoph, Religionswissenschaftler und Architekt,
lebt als freier Autor und Publizist in Berlin und Mexiko-Stadt.
"Eine Demokratie kann ohne Primat der Politik nicht gedeihen. Sie
hat dem Markt den Rahmen zu stecken, um der Verwilderung Einhalt zu
gebieten" stellt Kurnitzky bereits in seinem Vorwort kassandrisch
fest. Er entspricht damit den "unamerikanischen" Äusserungen; die
der neokonservative Akademikerrat ACTA in Defending civilization
von Intellektuellen, Studierenden und Journalisten gesammelt hat.
In elf Kapiteln rechnet Kurnitzky mit den Verfechtern des
Neoliberalismus ab. Im sogenannten befreiten Markt gibt es Tausch
und Täuschung, Anstiftung zur Gewalt, Agression und Autoagression,
Auflösung der Gesellschaft durch Ethnisierung, Kultur versus
Zivilisation. Das führt zum Konformisten, dem Menschen ohne
Eigenwillen.
Hinzu kommt die Vorgaukelung eines Lebens im Paradies. Sein etwas
überhöhtes Beispiel. IKEA-Gemeinschaft. Es gibt treffendere, wie
Coke. Halluzinierte Wunschbefriedigung. Das alles führt zur medialen
Globalisierung –Weltdorf und zur rasenden Bewegungslosigkeit durch
Cyberspace.
Kurnitzky sieht in der Gesellschaft der Zukunft eine
Aktiengesellschaft. Aberglaube und Massel. Zufall und Notwendigkeit:
Wie die Würfel fallen.
Sein Fazit: Das Schicksal ist wiedergekehrt. Eine so entfesselte
Wirtschaftsform setzt Ungleichzeitigkeit und Ungleichheit voraus.
Opferlogik ist angesagt.Dagegen setzt Kurnitzky das Ziel einer
zivilen Weltgesellschaft sollte sein, über gleiche Rechte hinaus,
auch die Voraussetzungen für deren Realisierung einzuschliessen. |
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