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Online-Publikation: November 2010 im
Internet-Journal <<kultur-punkt>>
Ereignis-, Ausstellungs-, AV- und Buchbesprechung
<< Thomas Bernhard: Goethe schtirbt - Erzählungen >>
98 Seiten; gebunden, ISBN: 978-3-518-42170-3 ; D: 14,90; € A: 15,40
€ ; CH: 23,50 sFr
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main > Berlin;
www.suhrkamp.de
Inhalt
Bei der Begegnung zwischen Thomas Bernhard und Siegfried Unseld in
Wien am 17. Januar 1985 herrscht, wie der Verleger notiert, eine
»blendende Stimmung«. Der Autor ist sich sicher, Alte Meister in
wenigen Wochen abschließen zu können – der letzte von Thomas
Bernhard abgeschlossene Roman erscheint tatsächlich Ende desselben
Jahres. Von den Gesprächen hält Unseld einen Wunsch Bernhards fest:
»Dann läge ihm doch sehr an einem Band ›Goethe schtirbt‹. Er
enthielte die Texte ›Goethe schtirbt‹. – ›Wiedersehen‹. –
›Montaigne‹. – Und zwei Stücke, die noch keinen Titel haben.«
Zu Lebzeiten von Thomas Bernhard kam die Publikation dieser Anfang
der achtziger Jahre verfaßten und in Zeitungen abgedruckten
Erzählungen nicht mehr zustande: zu sehr war der Autor mit seinem
zunächst zurückgehaltenen Romanopus Auslöschung und mit dem
Theaterstück Heldenplatz sowie dem dadurch entfachten Skandal befaßt.
In Goethe schtirbt werden diese Erzählungen zum ersten Mal, dem
Wunsch ihres Verfassers entsprechend, in einem Band zusammengefügt:
Sie zeigen den ironisch abgeklärten Meister der tragischen Momente
und komischen Situationen, der auf der Höhe seiner Kunst Motive und
Strukturen seines Gesamtwerks aufgreift: von den
Einsamkeitsexpertisen in Amras, 1964 publiziert, bis zur Haßliebe
gegenüber Österreich
Fazit
Dieser imaginär strukturierte, posthum publizierte Erzählband von
Thomas Bernhard "Goethe schtirbt" lässt in diesem Wittgenstein gegen
Eckermann ausspielen und schliesslich Österreich mit seinen "
Hochgebirgshabseligkeiten und Sentimentalitätskerkern ..." in
Bernhards charakteristischer Weise und mit zwinkernder Wut
erfrischend beschimpfen. m+w.p10-12
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