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Online-Publikation: August 2008 im Internet-Journal <<kultur-punkt.ch>>
Ereignis-, Ausstellungs-, AV- und Buchbesprechung
<< Torberg, Friedrich: Mein ist die Rache . Novelle .
Herausgegeben von Marcel Atze >>
dtv 13686 . Kommentierte Neuausgabe
112 Seiten, ISBN 978-3-423-13686-0 , Euro 7,90 [D] 8,20 [A] , sFr
13,95
Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2008;
http://www.dtv.de;
www.wien.gv.at/kultur/wienbibliothek/sammlung/handschriften.html;
Inhalt
Zum 100. Geburtstag von Friedrich Torberg am 16. September 2008
erscheint nach fast vierzig Jahren seine berühmteste Novelle in
einer kommentierten Neuausgabe wieder: Mit großer Sensibilität
berichtet ein Mann von den Geschehnissen in einem
Konzentrationslager, das als »gar nicht so schlimm« galt - bis ein
neuer Lagerkommandant den Ausrottungsbefehl für das Weltjudentum mit
systematischen Mitteln umzusetzen beginnt.
Manès Sperber hielt diese Geschichte für jenen Text Torbergs, der
»alles überdauert«. Die Novelle erschien erstmals 1943 in Los
Angeles.
In der Tat gelang es dem Autor auf eindrucksvolle Weise,
nicht nur die Grausamkeit des beginnenden Holocaust darzustellen,
sondern auch den Zwiespalt der jüdischen Opfer zwischen Dulden und
Aufbegehren. Die berührende Novelle erschien erstmals 1943 in Los
Angeles. Friedrich Torberg ist vornehmlich für seine anekdotischen
Erzählbände ›Die Tante Jolesch‹ (dtv 1266) und ›Die Erben der Tante
Jolesch‹ (dtv 1644) und den Roman ›Der Schüler Gerber‹ (dtv 884)
bekannt und zeigt sich hier von einer völlig anderen Seite.
Der Anhang enthält unter anderem Informationen zur Entstehung
und begeisterten Rezeption der Novelle durch die Exilantenszene, von
Hannah Arendt über Erich Maria Remarque bis hin zu Erich Kästner.
Friedrich Torberg – eine Wiederentdeckung zum 100. Geburtstag am 16.
September 2008
Autor
Friedrich Torberg, am 16. September 1908 in Wien geboren und am 10.
November 1979 gestorben, studierte in Prag und Wien und begann nach
ersten Buchveröffentlichungen Theaterkritiken zu schreiben. 1938
emigrierte er in die Schweiz und flüchtete 1940 aus Frankreich nach
Amerika. 1951 Rückkehr nach Wien. Bie 1956 gab er die
kulturpolitische Zeitschrift Forum heraus.
Herausgeber
Marcel Atze, Dr. phil, Literaturwissenschaftler, ist einer der
Kuratoren und stellvertretender Leiter der Handschriftensammlung der
Wienbibliothek, wo sich der Nachlass Friedrich Torbergs befindet von
der großen Torberg-Ausstellung, die vom 16. September 2008 bis 11.
Januar 2009 im Jüdischen Museum Wien gezeigt werden wird.
Fazit
Von Kafka und Brod führt die literarische Spur unmittelbar zu
Friedrich Torberg's Novelle " Mein ist die Rache " und weiter zu
Manés Sperber, der diese Geschichte der Judenvernichtung
exemplarisch alles überdauernd bezeichnete. Tatsächlich ist dies
Novelle von literarisch-dokumentarischer Kraft, die die LeserInnen
hineinsaugt in eine Zeit des Grauens und der Vernichtung.
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