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Online-Publikation: März 2009 im Internet-Journal <<kultur-punkt.ch>>
Ereignis-, Ausstellungs-, AV- und Buchbesprechung
<< "Ich darf das, ich bin Jude" von Oliver Polak, Sprachkünstler
auf 2 Audio CDs >>
2 Audio CDs; Anzahl Disks/Tonträger: 2 ; Format: Doppel-CD Label: 3
R ; ASIN: 3837100960
WortArt, Köln 2009;
www.wortart.de; www.randomhouse.de;
www.oliverpolak.de;
Inhalt
Mein Name ist Oliver Polak, ich bin dreißig Jahre alt und ich bin
Jude. Sie müssen trotzdem nur lachen, wenn es Ihnen gefällt.
Es geht um die beiden Freistunden während des Religionsunterrichts,
die er mit den beiden anderen Losern (ein Moslem, ein Zeuge Jehovas)
verbringt, um die gestrenge jüdische Lehre seiner herrischen Mutter
und die daraus folgende Psychotherapie, seine doppelte Beschneidung,
seine Jahre in einem orthodoxen jüdischen Internat in England,
seinen überstandenen Hodentumor und darum, dass Juden und Jamaikaner
eigentlich dasselbe sind.
Oliver Polak erklärt, was er mit dem Papst und Alf gemeinsam hat,
warum der Papenburger der Lachs unter den Emsländern ist, und ärgert
sich, dass Hitler ausgerechnet nach Osnabrück keine Autobahn gebaut
hat. Manchmal geht er dabei ein bisschen zu weit. Aber: Er darf das,
er ist Jude!
Autor
Oliver Polak wurde 1976 in Papenburg im Emsland geboren. Er
absolvierte die gymnasiale Oberstufe auf einem jüdischen Internat in
der Nähe Londons. Nach dem Abitur 1998 begann er als Praktikant beim
Musiksender VIVA. Er trat in Gastrollen in verschiedenen
Fernsehserien auf und arbeitet seit 2006 an einem eigenen Comdey
Programm. Im Herbst 2008 veröffentlichte er seinen Erfolgsroman «
Ich darf das, ich bin Jude ». Oliver Polak lebt in Berlin.
Fazit
In einer beiläufigen Stimmlage, die meditative Wirkung zeitigt,
erzählt der Sprachkünstler Oliver Polak seine Schwierigkeiten -
nicht mit wem Sie etwa glauben, mit uns Deutschsprachigen vielleicht
- nein, nein, er schildert seine zeitlebens auftretende schillernde
und vordergründige Unterlegenheit gegenüber seiner Mutter auf zwei
Audio CDs "Ich darf das, ich bin Jude" . Und wie er sie letztenendes
doch oft unwillentlich übertölpelt.
Polak ist ein liebenswerter Sprach- und Sprechkünstler aber kein
Israeli, wie er selbst sagt, der uns paradigmatisch seine jüdische
Weltseele im deutschrachigen Milieu berührend, fast verletzlich,
anbietet, wie es zur über tausendjährigen Tradition dieser
kosmopolitischen Kultur gehört. Es lohnt sich in diese Kultur
hineinzuhören, die stets am Hochseil oder über dem Grenzzaun
schwebend zu verharren versteht - ziemlich ohne Bodenberührung, wie
alle Fern-Aufenthalter. Und - für diese - allen andern voran - ein
Ohrenschmaus. w.p.09-3 |