W+B Agentur-Presseaussendung September 2004
<< Ein spontanes unwiederholbares Hörgeflecht >>
Hörbuchbesprechung
<<Bernd Bohmeier: Aus der Farbstille. Gedichte>>
Sprecher: Bernd Bohmeier; Aufnahme 1999, Schloss Morsbroich;
Klavier: Falko Steinbach; Sopran: Marlene Mild; Kontrabass, Sprache:
Nicolaus Hoffmann
1 CD / Laufzeit ca. 62 Min.; EUR 12,-,
Hörbuch Verlag und Studio, Marbach; 2004/
www.hoerbuch.de
Die Sprache, so Bernd Bohmeier, Kölner Maler, Dichter, Komponist, kann
Abwesendes anwesend machen, kann Unwirkliches – wir fügen Unsichtbares
hinzu – Einbildungen und unerhörte Empfindungen in unsere Köpfe zaubern.
Der Zauberer Bohmeier vermag es Klavierspieler, Sängerin, und Musiker zu
einer nicht schriftliche fixierten Dramaturgie in musische Gestalt zu
bündeln. Er nennt dies Lyrical Transfers: Es sind vorrangig
textlich-assoziative Improvisationen, die ein spontanes unwiederholbares
Hörgeflecht vermitteln, sollten diese zu anderer Zeit aufgeführt werden
als die Aufnahme von 1999, im Schloss Morsbroich entstanden.
Wer einen PC ohne Kopfhörer für das Hineinhören nutzen sollte, hat
allerdings bei der Sprechlautstärke etwas Mühe. Die Stimmen sind
einfühlsam und zärtlich vorgetragen. Insbesondere wenn es um Naturlyrik
geht, entfaltet sich die poetische Kraft von Bohmeier und seinem Team am
Beispiel Natur der Dinge: Der Herbst / saugt am Laub / bis die Kronen
vergilben / treibt den Bäumen / Scham ins räudige Gefieder / bevor er es
ihnen / Blatt für Blatt / vom Holz reisst / um ihn nackt / dem Winter
anzubieten. |