|
W+B Agentur-Presseaussendung Oktober 2007
Hörbuchbesprechung
<< Oskar Pastior: Die letzte Lesart . Eine Rekonstruktion der
Büchnerpreis-Lesung>>
Mit Zwischentexten von Klaus Ramm; Sprecher: Oskar Pastior
Produktion: Bayerischer Rundfunk / Hörspiel und Medienkunst, 2007;
1 CD; 80 Minuten; 19,95 EUR; 35,20 SFR; 3-86717-151-3;
978-3-86717-151-9
Der Hörverlag, 2007;
http://www.hoerverlag.de
Inhalt
Wenige Tage bevor ihm der Georg-Büchner-Preis verliehen werden
sollte, ist Oskar Pastior im Oktober 2006 gestorben. Mehr noch als
auf die feierliche Preisverleihung hatte er sich auf die Lesung am
Tag davor gefreut. Was ihm vorschwebte, war ein Zusammenspiel all
der sichtbaren und vor allem unsichtbaren Facetten seines Œuvres.
Aus den unterschiedlichsten Tondokumenten hat Klaus Ramm die Lesung
in Oskar Pastiors eigener Stimme nach dessen Aufzeichnungen
originalgetreu rekonstruiert und mit kurzen kommentierenden
Zwischentexten begleitet. Ein letztes Selbstporträt Oskar Pastiors,
durch dessen bezaubernden Witz der Ernst des Dichters durchscheint.
Fazit
Oskar Pastior (1927-2006) Siebenbürgener (Hermannstadt), nach 1945
Zwangsarbeiter der Sowjets (5 Jahre), lebte seit 1968 in Deutschland
als Westberliner mit Ehrendoktortitel 2001 der Uni-Bukarest und
Ehrenbürger von Hermannstadt 2007 sowie Büchner Preis 2006 posthum..
Seine geradezu unerbittliche "Neugier auf den Lautleib der Sprache"
entbirgt ein geradezu erotisch bestimmte Sprachlust - Der Reiz der
Wörter kommt aus seiner ihn bedrängenden Vergangenheit und
entspricht "dem Spiel gebrannter Kinder". Ein grossartiger Dichter
ist ab nun auf Wunsch wiederhol- und hörbar geworden.
DHV zeichnet sich durch eine Literatur-Verlagsaktivität aus -mit
Erzählungen, Geschichten - die Gefühle und Leidenschaften hör- und
erlebbar machen..w.prankl, kultur-punkt 07-10 |