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DAM „Preis für Architektur in Deutschland“ an den Basler Roger
Diener
http://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Ostfluegel_des_Berliner_Naturkundemuseums_fertig_1304405.html
http://download.naturkundemuseum-berlin.de/presse/200Jahre/Pressetexte/10-09-13_Pressemappe_Diener_Diener_Architekten.pdf
http://www.tagesspiegel.de/kultur/architekturpreis-fuer-roger-dieners-berliner-museum/6116766.html
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Kultur : Architekturpreis für Roger Dieners Berliner Museum
270 000 Gläser mit in Alkohol eingelegten Tierpräparaten zählen zur
Sammlung des Berliner Naturkundemuseums. Sie sind in einem
tageslichtlosen Raum in sechs Meter hohen Regalen aufgereiht. Eine
solche Box gibt es erst seit dem im Herbst 2010 abgeschlossenen
Wiederaufbau des kriegszerstörten Ostflügels. Von außen ist der
Bruch mit der Tradition kaum zu erkennen. Schiefergrau setzt sich
die alte Fassade fort, mit Fensterlaibungen und Rahmen. Jedoch – in
Beton hat Roger Diener die Fassade nachgeformt und in die
Bombenlücke eingepasst, den Verlust ebenso mildernd wie
vergegenwärtigend.
„Diener & Diener haben einen neuen Klassiker für den Umgang mit dem
Bestand geschaffen“, urteilt Peter Cachola Schmal, der Direktor des
Deutschen Architekturmuseums in Frankfurt am Main.
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www.ibau.de
Grüne Architektur
Am heutigen Freitag verleiht das DAM seinen „Preis für Architektur
in Deutschland“ an den Basler Roger Diener.
In Berlin ist der Architekt mit dem Erweiterungsbau der Schweizer
Botschaft, diesem Betonkasten neben dem wilhelminischen Altbau, ins
Rampenlicht getreten. Die kompromisslose Abgrenzung von Alt und Neu
lässt kaum erwarten, dass Diener im selben Jahr 1995 auch den
Wettbewerb für das Naturkundemuseum gewann – mit einem Entwurf, der
doch scheinbar auf Rekonstruktion gerichtet war. Scheinbar: Denn das
Material – Beton statt Backstein – und die bloße Assoziation von
Fenstern machen die Veränderung gegenüber dem Altbestand deutlich.
Diener verzichtet auf das Pathos der Wunde, ohne sie zu verleugnen.
Er hat den Preis verdient, wie der Vergleich mit allen Nominierungen
im
„Deutschen Architektur-Jahrbuch 2011/12“ zeigt (Prestel Verlag, 206
S., 39,95 €).
Dieners Berliner Bauten bilden im Gesamtwerk eher die Ausnahme.
Rekonstruktion ist seine Sache im Allgemeinen nicht, das schwierige
„Bauen im Bestand“ indes schon, wie der Anbau eines Musikgebäudes an
das gewaltige Schweizer Kloster Einsiedeln zeigt. Diener steht für
den berühmten Basler Minimalismus, für die Reduktion von Gebäuden
auf kantige Körper bei höchster Präzision von Detail und Ausführung.
Dass ein Überblick über das Gesamtwerk des Architekten erst jetzt
erschienen ist, gestaltet von einem Zürcher Designteam
(Phaidon Press, 320 S., 59,95 €), spricht für die noble
Zurückhaltung, die Roger Diener eigen ist. Bernhard Schulz
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DAM PREIS FÜR ARCHITEKTUR IN DEUTSCHLAND Einen profunden Überblick
über die aktuelle deutsche Architektur im In- und Ausland bietet das
Deutsche Architektur Jahrbuch, das seit über 30 Jahren vom Deutschen
Architekturmuseum (DAM) herausgegeben wird. Zum fünften Mal werden
alle Bauten, die in das Deutsche Architektur Jahrbuch aufgenommen
wurden, auch mit Fotos und Modellen in einer Ausstellung
präsentiert. Architekt und Bauherr des preisgekrönten Projektes
erhalten jeweils eine Miniatur, die das Haus-im-Haus von O.M.
Ungers' Architekturmuseum repräsentiert.
Gewinner des diesjährigen Preises ist die Rekonstruktion des
Ostflügels des Museums für Naturkunde in Berlin von Diener & Diener
Architekten. Die Jury stimmte einstimmig für die sensible
Rekonstruktion und die darin untergebrachte innovative öffentliche
Schausammlung. In der Jurybegründung heißt es, dass es Diener &
Diener mit der Rekonstruktion gelungen ist, einen “neuen Klassiker
für den Umgang mit dem Bestand zu schaffen, wie dies schon Hans
Döllgast vor 54 Jahren mit dem Wiederaufbau der Alten Pinakothek in
München gelang”. Besonders mit dem Einsatz detaillierter
Betonabgüsse der noch bestehenden Klinkerschichten und deren
präziser Verzahnung mit dem Bestand wurde aus dem Bau “ein
Vexierspiel der Zeit und der Materie. In das Neue, welches das
verlorene Alte ersetzt, wird die Spur des Alten gegossen.” “Es
klingt wie ein Widerspruch, doch die Rekonstruktion wirkt auf
radikale Weise subtil und auf subtile Weise radikal. Entstanden ist
ein Bau, der den Eindruck von Geschlossenheit vermittelt, ohne seine
historischen Wunden zu leugnen.”
Das Schweizer Architekturbüro Diener & Diener mit Sitz in Basel und
Berlin wurde 1942 von Marcus Diener (* 24. September 1918 Basel, †
2. August 1999 Basel) gegründet und wird heute durch seinen Sohn
Roger Diener weitergeführt. Bauherr war die Humboldt-Universität zu
Berlin. Die Rekonstruktion des Ostflügels ist nicht das erste
Projekt von Diener & Diener für das Naturkundemuseum, auch die
Renovierung des großen Sauriersaales und vier weiterer
Ausstellungshallen wurde bereits 2007 von ihnen abgeschlossen.
Weitere Arbeiten der letzen Jahre waren unter anderem der
Erweiterungsbau der schweizerischen Botschaft 2000 ebenfalls in
Berlin.
Die Jury aus Kuratoren, Architekten und Architekturkritikern unter
Vorsitz von Peter Cachola Schmal, Direktor des Deutschen
Architekturmuseums, wählte die Rekonstruktion des Ostflügels des
Berliner Naturkundemuseums einstimmig unter 23 nominierten Projekten
zum Gewinner des diesjährigen DAM-Preises. Das Deutsche Architektur
Jahrbuch 2011/2012, in dem das Gewinnerprojekt und sämtliche
Nominierungen präsentiert werden, erscheint pünktlich zur
Frankfurter Buchmesse 2011 im Prestel-Verlag, München und ist ab
jetzt im Buchhandel und im Deutschen Architekturmuseum erhältlich.
Die offizielle Preisverleihung findet am 27. Januar 2012 im Rahmen
der Ausstellungseröffnung “DAM Preis für Architektur in Deutschland
2011. Die 23 besten Projekte in\aus Deutschland” statt.
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