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Online-Publikation:
Dezember 2008 im Internet-Journal <<kultur-punkt.ch>>
Ereignis-, Ausstellungs-, AV- und Buchbesprechung
<< Adolf Loos . Die Kultivierung der Architektur. Von Ákos
Moravánszky, Bernhard Langer und Elli Mosayebi (Hg.) >>
288 Seiten, 159 Abb. farbig und sw, 21 x 26.5 cm, Klappenbroschur,
ISBN 978-3-85676-220-9, 48.00 CHF / 32.00 Euro
gta – Verlag, Zürich 2008;
www.gta.arch.ethz.ch;
books@gta.arch.ethz.ch
Inhalt
Mit Beiträgen von Béla Kerékgyártó, Ákos Moravánszky, Ole W.
Fischer,
Bernhard Langer, Kornel Ringli, Marie Theres Stauffer, Kristian
Faschingeder, Eva Stricker, Elli Mosayebi sowie einem Interview mit
Hermann Czech und Adolf Krischanitz
In der Reihe der Interpretationen zu Adolf Loos (1870-1933) wurde
kaum
je die Frage nach der Beziehung zwischen Geschriebenem und Gebautem
gestellt. Dieser Analyse des architekturtheoretischen Programms im
Kontext des gebauten Werks widmet sich die vorliegende Publikation,
erweitert durch ein aktuelles Bilddossier von Bauten, Räumen,
Oberflächen und Details, das dem Loos'schen Verständnis von Raum und
Raumgestaltung visuell auf die Spur zu kommen sucht. Es erweist
sich,
dass der meist als Moralist und Asket dargestellte Loos gegen seine
eigenen Gesetze, gegen den Geist seiner vielzitierten Bonmots
verstossen hat. Nicht das Ornament war sein Hauptfeind; die ganze
Ornament-Diskussion erscheint eher als ein Nebenschauplatz seines
Krieges gegen eine veraltete Idee des Schönen in der Architektur -
und
für eine zeitgemässe Norm des Geschmacks. Ästhetik hatte für ihn
nichts mehr mit dem Kunst-Schönen, sondern mit Formen der sinnlichen
Erfahrung zu tun. Heute, wo Kunst, Architektur und Design zusammen
als
Lebensstil verpackt angeboten werden, erhält Adolf Loos' Forderung
nach einer modernen architektonischen Kultur neue Aktualität.
Geschrieben für:
Lehrende und Studierende der Geisteswissenschaft,
Kulturwissenschaftler, Kunstgeschichtler, Philosophen,
Medientheoretiker, Gesellschaftstheoretiker Künstler,
Kunsthistoriker, Architekten, Kulturmanager, Museumsdirektoren,
Kulturinstitutionen, Philosophen, Kunstprofessoren, Kunststudenten,
Politiker und die Themenbereiche: Architektur, Kulturwissenschaft,
Kunstgeschichte, Raum-, Stadt-, Regionalplanung, Alltagskultur,
Gesellschaftstheorie, Kulturwissenschaft, Kunstgeschichte,
Literaturwissenschaft, Medientheorie und Philosophie,
Bildproduktion, Sehvermögen, Visualisierung. Grafik- künstler und
-designer.
Written for: Written for Architects, landscape architects, interior
designer, graphic design students and teachers, people interested in
everyday culture. Keywords: interior design, Architecture, Urbanism,
Landscape, Waterfront.. Graphic artists, PR...
Fazit
"Adolf Loos - Die Kultivierung der Architektur" mit der antiken
Wachstafel und dem "tabula rasa" - Begriff zu verknüpfen ist
Spiegelfechterei mit trübem Material. Heisst. Im Trüben fischen oder
Lehte, dem Gewässer der Vergessenheit zu begegnen und ihm
verängstigt dem Rücken zu kehren, verdrängen, was Sache ist : Loos
hat das Vergangene, Eklektizistische von der Aussen- & Funktions-
Architektur wohl befreit aber im Widerspruch zu seinem Begriff
Ornament, dieses - indem er es für tot erklärt - zugleich aus der
Architektur-Schatztruhe die Original-Materialien entborgen (lethe...Heidegger)
und diese vielfältig und genial gekonnt im Detail wieder bugseits
zur Zeit vorgeholt. Ein genial-ästhetischer Wider-Spruchsgeist
ähnlich wie bei Hölzel, Malewitsch, Mondrian in der Malerei,
offenbart sich da.
Zu den Herausgebern
Zu Ákos Moravánszky:" tabula rasa hat sehr wohl mit Platon (und
weniger mit Freud als mit spielerisch-kreativer Freud/e) zu tun, da
er das verborgene Konstrukt der Architektur die
Funktion/Konstruktion als neue Janus-Maske etabliert."
Zu Bernhard Langer und Elli Mosayebi: " Stimme Krischanitz zu, was
einfach oder gar minimalistisch ist, allein deswegen schon richtig
(oder ästhetisch ) ist".
Und zum Autorenteam
B. Kerekgyarto (Schrift und Öffentlichkeit):"Sie haben dies folgende
ausgezeichnet herausgearbeitet, wenn Sie schreiben: Loos fand sein
zweites Heim in einer neuen Institution der Grossstadt, im
Kaffeehaus- als erweitertes Wohnzimmer. Und weiter: Unter Kultur
verstand Loos die moderne, gegenwartsbezogene Alltagskultur
(AUSGENOMMEN: der zu dieser Zeit im extremen Masse im Elend lebenden
arbeitnehmenden Bevölkerung), die die gegenständliche Umwelt und
ihre Benutzer (die Machtelite und ihre Kulturlieferanten) heisst
deren Lebensform, gleichermassen umfasst"
O.W. Fischer (Leere: Widerspruch / Loos : de Velde):" Stimme Loos
zu, wenn er die "Hoftapezierte Schnulze (von Schulze)" der Belle
Epoque Manier gegen de Velde diskursiv verwendet, es ist der
Abklatsch statt das Originalmaterial und die genuine Farbform, die
ihn dabei nervenschmerzt, aus diesem Affekt verstehe ich Loos,
jedoch das begriffs-rigide Missverständnis, das damit in der
folgende Architekturbewegtheit und -bewegung verursacht hat ist
unverzeihlich..."
B. Langer (Rethorik, Bild, Utopie):"Stimme Loos rethorisch und
sprachkritisch zu wenn ihm Pädagogisches Nervenschmerzen
verursacht... gleichermassen seinem Freund Karl Kraus mit seiner
sexual-politischen Kulturkritik (Freud winkt ihnen dabei lachend zu)
und "umzubringen ist die Phrase als Ornament der Sprache/des Geistes
(Kraus) .. das der "Utopie jenseits des Ornaments (Langer)" aber im
letzten Ihnen Herr Langer, denn im Unterschied zur weltflüchtigen
bis lebenstödlichen Utopie ist es wohl die Vision von den
vorgenannte genialen Kräften, die sich unvergessen in die geistige
Welt etablierte."
K. Ringli (Loos : Nietzsche / Überlegenes Altertum):"Im Classiker
Nietzsche's entbirgt sich bei näherer Betrachtung der neue
Klassizist Loos, denn Geschichtslosigkeit verbirgt geistigen Suicid
des Schöpferischen.."
M.T. Stauffer (Spiegel : Raum):" Stimme Ihnen zu - die Innenräume
von Loos sind Reflexionen einer und dieser modernen Wiener
Gesellschaft , die sich reflexiv und diskursiv aus dem Joch des
sterbenden KaKaniens anhebt sozial und demokratisch zu befreien.."
K. Faschingeder (Sozial : Bau-Korrektur / Loos : Schütze-Lihotzky):"
Avantgardistisch-(r)evoltierende Gestaltungs-Impetus und soziale
demokratische Architektur sind Feuer und Wasser, im besten Fall
Feuerwasser zur Verdrängung und in diesem Fall Flucht nach Paris..."
E. Stricker (Bekleidung : Innenraum ):" Wie bereits gesagt - Loos
hat das Vergangene, Eklektizistische von der Aussen- & Funktions-
Architektur wohl befreit aber im Widerspruch zu seinem Begriff
Ornament, dieses - indem er es für tot erklärt - zugleich aus der
Architektur-Schatztruhe hochqualitativer
Original-Material-Proportion mit äusserster Eleganz entborgen (lethe...
Heidegger). Und diese vielfältig und genial gekonnt im Detail als
janusköpfig taugliche Maske wieder bugseits zur Zeit vorgeholt -
innenhäutig - repräsentativ für ein vergehendes Oberschichtklientel
gestaltet". w.p.08-12
Weiterführende Diskurshinweise:
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http://www.kultur-punkt.ch/praesentation/architektur/ornament3-00.htm
http://www.kultur-punkt.ch/praesentation/ereignisse/schaulager03.htm
http://www.kultur-punkt.ch/praesentation/ereignisse/malewitsch08-11skh-bad.htm
http://www.kultur-punkt.ch/praesentation/ereignisse/inhaerenz98.htm
http://www.kultur-punkt.ch/praesentation/titelbilder/titel-07-9richter-meisner.htm
http://www.kultur-punkt.ch/praesentation/architektur/springer08-9sarnitz-architekturwien.htm
http://www.kultur-punkt.ch/praesentation/architektur/gta08-4stilhuelse-kern.htm
http://www.kultur-punkt.ch/praesentation/architektur/birkhauser9-99.htm
http://www.kultur-punkt.ch/buchtipps-allgemein/birkhauser10-01.htm
http://www.kultur-punkt.ch/praesentation/ereignisse/springer08-4schramm-wohnbau.htm
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