|
<<Magnano Lampugnani: Stadtplanung in der Krise? Der zeitgemäße
Städtebau wird sich der eigenen Tradition erinnern müssen>>
Kongress im Februar beschäftigt sich mit der Zukunft der europäischen
Stadt
Kontakt:
Martin.Gehl@leipziger.de /
www.urbanfutureforum.org.
Frankfurt am Main, 25. Januar 2005 - Für den renommierten Architekten und
Städtebauhistoriker Vittorio Magnago Lampugnani steckt die Stadtplanung in
der Krise. In einem Zeitungsinterview verwies der ehemalige Direktor des
Deutschen Architektur Museums darauf, dass sich der Städtebau auf seine
ursprüngliche Bestimmung besinnen müsse und Planung und Entwurf einer
Zusammenführung bedürfen. "Der zeitgemäße Städtebau wird sich der eigenen
Tradition erinnern müssen. Die Planung darf sich nicht als Gehilfin des
Modernisierungsvandalismus gebärden, sondern muss unsere Städte als
Kulturgüter erhalten und zugleich behutsam verändern", so Lampugnani.
Neben neuen Kompetenzen sollte sich der Städtebau, nach Auffassung von
Lampugnani, wieder stärker auf die menschengerechte, funktionelle und
nachhaltige Gestaltung der Umwelt konzentrieren. Die Verpflichtung
gegenüber der Geschichte müsse auch methodisch wirken, indem die eigene
Vergangenheit nach geeigneten Theorien und Planungsinstrumenten durchsucht
wird.
Der Lehrstuhlinhaber am Institut für Städtebau an der ETH Zürich spricht
sich entschieden gegen eine schrankenlose Verstädterung aus. Seiner
Meinung nach muss dem demographischen Paradigmenwechsel der städtebauliche
folgen. "Heute stark expandierende Städte werden sich stabilisieren oder
gar schrumpfen. Wir müssen zusammenrücken und die Städte, die wir haben,
erhalten und verdichten", betont Lampugnani.
Mit den Auswirkungen des sozialen, ökonomischen und räumlichen Wandels auf
die Städte Europas beschäftigt sich auch ein Kongress, der Ende Februar in
Frankfurt am Main stattfinden wird. Die interdisziplinär angelegte
Veranstaltung wurde von Lampugnani mit initiiert.
Unter dem Motto "Wie werden wir leben?" beleuchtet der zweitägige
Kongress, wie sich die Großstädte Europas im Kontext des modernen Wandels
entwickeln und welche Auswirkungen diese Veränderungen auf den Städtebau,
die Stadtplanung und die Stadtentwicklung haben. Zu den Referenten des
Kongress, der am 24. und 25. Februar 2005 auf dem Campus Westend der
Johann Wolfgang Goethe-Universität stattfindet, gehören neben Lampugnani
unter anderem Frank Schirrmacher (Mitherausgeber der FAZ.), Prof. Dr.
Walter Siebel (Professor für Soziologie mit Schwerpunkt Stadt- und
Regionalforschung an der Universität Oldenburg), Prof. Albert Speer
(Architekturbüro Speer und Partner), Prof. Dr. Andreas Kruse
(Diplompsychologe und Direktor des Institutes für Gerontologie der
Universität Heidelberg) sowie Prof. Dr. Karl-Werner Schulte (Inhaber des
Lehrstuhls für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre an der European
Business School, Eltville).
Prof. Dr.-Ing. Vittorio Magnago Lampugnani ist Mitinitiator des urban
future forum und seit 1994 Professor für Geschichte des Städtebaus an der
Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich. Von 1989 bis 1994 war
Lampugnani Direktor des Deutschen Architektur Museums in Frankfurt am
Main.
Kontakt:
Kongressbüro urban future forum, c/o Leipziger & Partner, Martin Gehl,
Telefon: (069) 75804-432
|