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<<HERZOG
& DE MEURON N0. 250. EINE AUSSTELLUNG:
Ein meisterliches Architektur- und Lehrstück – Narzissmus und
Inhärenz der
Gestaltung>> 8. 5. - 12. 9. 04
Im Schaulager, Basel: Lehrplatz und Forschungslabor
http://www.schaulager.org
Katalog
zur Ausstellung
Das
Gebäudekonzept.
Die Architekten Herzog & de Meuron haben für das Schaulager einen
aussergewöhnlichen Raum geschaffen. Ihre Aufgabe bestand darin, ein
Lagerhaus für die offene Lagerung von zeitgenössischer Kunst zu entwerfen,
das über optimale klimatische Bedingungen verfügt und nach Vereinbarung
zugänglich ist. Das Gebäude sollte zudem ein Ort für die Konservierung,
Erforschung und Vermittlung sein. Statt als anonymes Lagerhaus wurde das
grossräumige Gebäude so konzipiert, dass ein spezifischer und einmaliger
Ort entsteht.
Die äussere Form des Lagerhauses ist pragmatisch aus der Geometrie der
inneren Lagerordnung und der gesetzlichen Grenzabstände der Parzelle
abgeleitet. Das Resultat ist ein Gebäudepolygon mit einer Vertiefung auf
der einen Seite, wodurch eine Art gedeckter Vorplatz entsteht, der
Urbanität und Offenheit vermittelt.
Die Aussenwände bestehen aus Schichten von aufgekratztem Beton, der aus
dem Aushub für das Bauwerk gewonnen wurde. Diese Materialschichten spielen
auch eine entscheidende Rolle für die Klimaregulierung im Inneren.
Die Eingangsfassade ist von zwei grossen LED-Bildschirmen geprägt. Sie
werden Bilder und Informationen nach aussen tragen.
Lehrplatz
und Forschungslabor
Forschungsbesuche und -aufenthalte im Schaulager:
Das Schaulager richtet sich primär an ein Fachpublikum, zum Beispiel an
Museumsleute, Restauratorinnen und Restauratoren, Kuratorinnen und
Kuratoren, Forscher, Studierende und Lehrende, die sich mit einem
spezifischen, für das Schaulager und seine Thematik relevanten Thema
beschäftigen.
Das Schaulager bietet Hand bei wissenschaftlichen Projekten und
Lehrveranstaltungen. In solchen Fällen ist ein Besuch oder
Forschungsaufenthalt möglich.
Anfragen betreffend Forschungsbesuche und -aufenthalte im Schaulager
richten Sie bitte mit einem kurzen Beschrieb an Dr. Theodora Vischer,
Direktorin. Für Gruppenveranstaltungen bitten wir Sie um möglichst genaue
Angaben.
Gestaltungsort
Ein Architektur- und Inhärenzprojekt stellt sich vor – drängt sich auf:
Herzog & De Meuron
N0. 250. EINE AUSSTELLUNG
Die N0. 250 bezieht sich
schlicht auf das im Büro von Herzog & De Meuron, mit 6 Partnern und 200
MitarbeiterInnen geführte Werkverzeichnis.
Eine Ausstellung dieser Art, multi- wie mixed-medial präsentiert,
wirkt:
1 Im ersten Blick vordergründig narzisstisch.
2 Bei längerer Betrachtung lehrend, ja sogar visionär in Richtung
Inhärenz der Künste.
Zu 1
Narzisstisch und sogar monoman, da es sich gerade zu um eine Verdoppelung
der Selbstdarstellungs-Lust Kunst dabei handelt. Sowohl das Gebäude als
auch die Werkschau und (das Abfallmaterial? Selbst so bezeichnet)- wir
sagen lieber dazu Werk- und Zeug-Sammlung, sind aus dem eigenen
Gestaltungs-Unternehmen hervorgegangen.
Zu 2
Inhärenz der Künste, weil hier etwas aufscheint, beinahe zaghaft,
noch rau verpackt, dennoch oft zärtlich und unscheinbar zwar, gleich einem
neuen Frühling der Gestaltungskünste – gleich zum Anfang des 21.
Jahrhunderts und rund hundert Jahre nach dem Ausspruch von Adolf Loos
„Das Ornament ist tot“ und zum letzten Mal dagegen der Assistent von
Josef Hoffmann um 1930, Gründer und Vertreter der Wiener Werkstätte eines
Morgens seinen SchülerInnen im wienerisch-dialektisch zurief (verbürgt
durch Ruth Spiethoff-Dieckmann im Gespräch mit W.Prankl, siehe
www.galerie-kulturpunkt.de):
„A Ornament will i sehn“…und 70 Jahre danach…:
Hier ist sie wieder, die beginnende, zwar zaghaft noch suchende und
etwas verschämt wirkende
Inhärenz der
Gestaltung, in Materialkollagen und in den Mixed Media
Oberflächen und beinahe allen Elementen der ausgestellten
Architekturentwürfe in 2-3 D, die in dieser Werkschau gleich Artefakten,
gestückelt in thematischen Feldern, aber nur augenscheinlich zerstückelt,
eine Augen-Brache darstellen, um den nach Gleichgewicht und synthentisch
ausgerichteten, suchenden Betrachter dadurch umso mehr in diesen Sog der
Strukturen von der Oberfläche in die Materialtiefe und das Unsichtbare der
Gestaltungsabsicht zu verführen.
Möge die Inhärenz – auch wenn narzisstisch und monoman vorgetragen
(übrigens dem Zeitgeist entgegenkommend, um existenziell und erfolgreich
verweilen zu können?) - möge sie - gedeihen und sich mehren.
W. Prankl, 5.04
www.kultur-punkt.ch |