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Betrachtungen zur Kunst der Gestaltung . Josef Frank
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Online-Publikation: Februar 2024 im Internet-Journal <<kultur-punkt.ch>>
Ereignis-, Ausstellungs-, AV- und Buchbesprechung
<< Betrachtungen über die Kunst unserer Zeit : Josef Frank . Schriften 1 >>
286 Seiten, Klappenbroschur, 19 farbige und 10 s/w-Abb., 16 x 24 cm,,ISBN 978-3-03860-358-0, CHF 39.00
Verlag Scheidegger & Spiess , Park Books, CH-8001 Zürich; http://www.scheidegger-spiess.ch;

Charakteristika
> Band 3. Unveröffentlichte Schriften 1 Von Josef Frank
> Herausgegeben von Tano Bojankin, Caterina Cardamone, Hermann Czech, Christopher Long, Claudia Mazanek
> Früher als fast alle Zeitgenossen hatte Josef Frank verstanden, dass der wahre Kern der Moderne ihre grandiose Vielschichtigkeit ist.» Christopher Long in seiner Einführung zu diesem Buch.

Inhalt
Der österreichisch-schwedische Architekt Josef Frank (1885–1967) war nicht nur ein erstklassiger Architekt, Designer und Innenarchitekt, sondern auch ein ausgezeichneter und einflussreicher Schreiber. Die ersten zwei Bände seiner gesammelten veröffentlichten Schriften sind 2012 erschienen und im Löcker Verlag, Wien, weiterhin erhältlich. Die folgenden Bände mit den unveröffentlichten Schriften werden bei Park Books erscheinen.
Den Auftakt macht der vorliegende Band mit Josef Franks Auseinandersetzung mit der Kunst der Moderne. Die Betrachtungen über die Kunst unserer Zeit sind Josef Franks bislang unveröffentlichte finale Analyse der kulturellen Entwicklungen seit dem Fin de Siècle. Kunsthandwerk und künstlerisches Schaffen stehen im Widerstreit und werden gefügig gemacht von totalitären und diktatorischen Strömungen in Europa, die in den Zweiten Weltkrieg münden. Auch auf die USA, wo Frank lehrend und schreibend im New Yorker Exil lebt, greifen bedenkliche Tendenzen über. Der Text Zu Mondrian, ein «Leserbrief», den Frank 1945 anlässlich von dessen grosser Retrospektive im MoMA verfasste, veranschaulicht exemplarisch seine Bedenken gegenüber der Entwicklung der Moderne.
In einem 60-seitigen Kommentar- und Essay-Teil setzen sich Hermann Czech, Otto Kapfinger, Tano Bojankin, Christopher Long, Claudia Mazanek und Caterina Cardamone mit Franks Texten und ihrem Entstehungskontext auseinander.

Der Protagonist
Josef Frank (* 15. Juli 1885 in Baden bei Wien; † 8. Jänner 1967 in Stockholm) war österreichisch-schwedischer Architekt. Gemeinsam mit Oskar Strnad schuf er die Wiener Schule der Architektur, die ein eigenes Konzept der Moderne von Häusern, Wohnungen und Inneneinrichtungen vertrat.
Seine Bedeutung, Auszug:
Entgegen den meisten anderen Architekten der Zwischenkriegszeit in Wien vertrat er den Siedlungsgedanken und nicht die Schaffung von sogenannten Superblocks im kommunalen Wohnungsbau. Mit seinem Aufsatz Der Volkswohnungspalast. Eine Rede anläßlich der Grundsteinlegung, die nicht gehalten wurde in der Zeitschrift Der Aufbau, Nr. 7, 1926, polemisierte Frank brillant, aber letztlich erfolglos gegen die von Hubert Gessner und anderen Schülern Otto Wagners vertretene Linie repräsentativer kommunaler Großbauten..
Er verzichtete auch auf Fassadendekor und bevorzugte klare funktionale Formen. Der Wiener Architekt und Möbeldesigner Luigi Blau bezeichnete ihn als eines seiner Vorbilder.
https://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Frank_(Architekt)

Fazit
Dem Herausgeber-Team ist es mit der Denkschrift "Betrachtungen über die Kunst unserer Zeit" von und zu Josef Frank im besonderer Weise gelungen. Franks grossartige puritan-ergonomische Alltagsgestaltung entgegen der vorrangig-dekor-formalistischen 'Volkswohnungspalast-Kunst' so Frank (ähneld dem folgenden Soz-Realismus ostwärts, k.), ist jedoch grosso  modo der überzeitlich wirkende humane 'Sozialen Gemeindebau' - dank der sozialen demokratischen Wirkungskraft Wiens der neokapitalistischen und Privatisierungs-Mentalität in Europa bis heute vorbildhaft entgegen zu setzen.
m+w.p24-2 < k, >
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