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<< SWR2 AULA - Dr. Steffen
Schlüter: Lernen und Leben im Sinne des Kindes . Warum die
Reformpädagogik nicht zu Ende ist >>
Autor und Sprecher: Dr. Steffen Schlüter *
Redaktion: Ralf Caspary, Susanne Paluch
Sendung: Sonntag, 20. Juni 2010, 8.30 Uhr,
SWR 2
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Das Manuskript ist ausschließlich zum persönlichen, privaten
Gebrauch bestimmt.
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ÜBERBLICK
Das Ziel der Reformpädagogik ist Kinder vor autoritären Erwachsenen
zu schützen
Im Zuge der nach und nach ans Licht gekommenen Missbrauchsfälle und
-vorwürfe,
die besonders die Odenwaldschule betreffen, ist eine öffentliche
Diskussion entstanden
über das Für und Wider der Reformpädagogik, über die Frage, ob diese
Richtung nicht
viele Systemfehler aufweist, die dann zum sexuellen Missbrauch
geführt hätten.
Doch die Reformpädagogik kann man nicht so einseitig beleuchten,
es geht in ihr auch um so etwas wie ein Rousseausches Ideal, das zum
Ziel hat,
die Kinder gerade vor dem autoritären Erwachsenen zu schützen, um
ihre Selbstentfaltung
zu ermöglichen. Steffen Schlüter vom Institut für
Erziehungswissenschaft der
Universität Koblenz-Landau zeigt diese wichtige Tradition der
Reformpädagogik.
* Zum Autor:
Dr. Steffen Schlüter, geb. 1966, studierte Archivwissenschaften,
Geschichte
und Philosophie in Berlin und promovierte 1999 im Fach Philosophie.
Bis 2004
war er Lehrbeauftragter an der HU Berlin und den Universitäten in
Jena und
Flensburg und wechselte dann an die Universität Koblenz-Landau
(Campus
Landau), wo er am Institut für Erziehungswissenschaften lehrt. Seine
Arbeitsschwerpunkte sind: Geschichte der Philosophie und Pädagogik
18.-20.
Jahrhundert, Ethik, Pädagogik, Anthropologie im deutschen Idealismus
und
Realismus und im amerikanischen Pragmatismus und Philosophien der
Demokratie.
Bücher/Publikationen des Autors (Auswahl):
- „Individuum und Gemeinschaft. Sozialphilosophie im Denkweg und im
System
von Charles Sanders Peirce“. Würzburg: Königshausen & Neumann, 2000.
- „Philosophie – Pädagogik – Wissenschaft. Neue Beiträge zur
Wissenschaftsgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts“. Hrsg. mit
Alfred
Langewand. (Themenheft „Pädagogische Rundschau“, Heft 1, Bd. 62,
Januar-
Februar 2008).
Weiterführende Literatur:
- Eichelberger, Harald/Laner, Christian (Hrsg.): Zukunft
Reformpädagogik. Neue
Kraft für moderne Schule. Innsbruck u.a. 2007.
- Kamp, Johannes-Martin: Kinderrepubliken. Geschichte, Praxis und
Theorie
radikaler Selbstregierung in Kinder- und Jugendheime. Opladen 1995.
- Skiera, Ehrenhard: Reformpädagogik in Geschichte und Gegenwart.
Eine
kritische Einführung. München 2010.
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INHALT
Ansage:
Heute mit dem Thema: „Lernen und Leben im Sinne des Kindes – Warum
die
Reformpädagogik nicht zu Ende ist.“
Im Zuge der ans Licht gekommenen Missbrauchsfälle gerade an der
Odenwaldschule, wird öffentlich und kontrovers über die Frage
diskutiert, ob die
Reformpädagogik damit nicht ans Ende gekommen sei, ob sie nicht ein
System
sei, das auf falschen Voraussetzungen basiere, etwa auf einem viel
zu intimen
Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler, auf hermetischer
Abgeschlossenheit
gegenüber der Gesellschaft.
Der Erziehungswissenschaftler Steffen Schlüter von der Universität
Koblenz-
Landau, verneint diese Fragen. Er meint: Es gibt eine
reformpädagogische
Tradition, die sich erstens am Kind orientiert und die zweitens in
keiner Weise
verantwortlich gemacht werden kann für sexuellen Missbrauch, also
für ein
pervertiertes Schüler-Lehrer-Verhältnis, für einer krude Theorie des
pädagogischen Eros.
In der SWR2 Aula beruft sich Schlüter bei seiner Argumentation auf
zwei
wichtige Repräsentanten der Reformpädagogik.
Steffen Schlüter:
Das überlieferte Merkmal reformpädagogischer Schulen seit ihrer
Entstehung
ist eine Pädagogik vom Kinde aus. In staatlichen Schulen dagegen
müssen
traditionell Lernen und Erziehung im Interesse der gesamten
Gesellschaft an
erster Stelle stehen. Heute wirken im öffentlichen Schulwesen beide
Merkmale
konkret zusammen. In der Praxis existiert dennoch fraglos eine
Alternative.
Reformpädagogische Schulen folgen heute nicht einfach subjektiven
Vorurteilen. Zu ihren Voraussetzungen gehören Kritiken gegenüber
staatlichen
Schulen sowie alternative Konzepte des Unterrichts und der
Erziehung. Sie sind
weder leistungsschwach, noch randständig oder undemokratisch.
Reformpädagogik rechtfertigt keinen Missbrauch von Kindern, sondern
Erziehung und Unterricht vom Kinde aus. Ihm soll die Möglichkeit für
seine freie
Entwicklung gegeben werden. Alternative Schulen stehen nicht
außerhalb von
Gesellschaft und Staat, sondern kommen Eltern entgegen, welche
negative
Erlebnisse ihrer Kinder an einzelnen staatlichen Schulen erfahren
haben.
Eine Verkennung gesellschaftlicher Wirklichkeit wäre es daher heute,
wenn
erstens alternative gegenüber staatlichen Schulen unter dem
Leistungskriterium
abgewertet werden, denn Reformschulen messen Qualität des
Unterrichts zwar
scheinbar oder vordergründig weniger an kognitiven Leistungen,
jedoch
verstehen sie lediglich die Lebensqualität im Unterricht und in der
Schule als
Voraussetzung für körperliches sowie emotionales Wachstum, und
dieses als
Bedingung normaler kognitiver Leistungsentwicklung; wenn zweitens
staatliche
und alternative Schule pauschalisierend entgegengesetzt werden; und
wenn
drittens die Wünsche von Eltern und Lehrern nach alternativen
Schulen
unterschätzt werden.
Die gegenwärtige Reformpädagogik geht aus einer historischen
Entwicklung
hervor. Um 1900 entstand eine Kritik an alter Schule und
Unterrichtsmethodik.
Sie richtete sich konkret gegen frontalen Unterricht, autoritäre
Lehrer, einseitige
Bildung des Intellekts, Lehrbücher, starre Lehrpläne, emotionale
Distanz oder
Missachtung der individuellen Gefühle und Neigungen eines Kindes.
Die Schule, hieß es, zerstöre Kinder, mache sie krank, unglücklich,
zu Sklaven
einer den einzelnen Menschen verachtenden, autoritären Gesellschaft.
Manche
Formulierungen wirken heute übertrieben, doch vor hundert Jahren
waren
Rohrstock in Familien und Schulen, Lohnsklaverei in Fabriken und
Bürohäusern, Heldentod auf Schlachtfeldern, Hunger und anderes
Massenelend durch Gesellschaft, Erziehung und Unterricht
soziologisch
programmierte Entwicklungsziele für viele, vor allem für viele nicht
privilegierte
Kinder der damaligen Zeit.
Antiautoritär zu unterrichten und zu erziehen, um sich dadurch
zugleich auch
gesellschaftskritisch zu verhalten, sollte damals einfach damit
beginnen, auf
Gewaltanwendung zu verzichten und einem Kind keine Angst
einzuprügeln.
Keine Furcht einzujagen wirkte schon wie ein erster Schritt, ein
Kind lieben zu
lernen und ihm dadurch mehr gesundes Selbstvertrauen für sein
späteres
Leben zu ermöglichen. Sein Verhalten galt nicht bloß als Ausdruck
eines
unausgebildeten Intellekts, sondern vor allem eines Menschen mit
eigenen
emotionalen Bedürfnissen.
Seit Ende des 19. Jahrhunderts gründeten Reformpädagogen zahlreiche
neue
Schulen, Internate und Heime. Diese Einrichtungen sind es vor allem,
die
seither als Geschichte der Reformpädagogik bekannt sind. Seit den
70er
Jahren entsteht neben den reformpädagogischen eine Vielzahl freier
alternativer Schulen. Gemeint sind Einrichtungen mit besonderer
pädagogischer Prägung. Diese gehen häufig aus Elterninitiativen
hervor,
verwenden reformpädagogische Vorlagen und verstehen sich ebenfalls
als
Alternative zu staatlichen Schulen. Seit mehr als hundert Jahren ist
diese
reformpädagogische Bewegung keine typisch deutsche, sondern eine
internationale Bewegung.
Der Einfluss internationaler Reformpädagogik gehört auch zu den
Entstehungsfaktoren deutscher Bildungspolitik nach dem Zweiten
Weltkrieg. In
Begründungen der Alliierten für das Reeducation-Programm in den
westlichen
Besatzungszonen hieß es 1946 auf Seiten der Amerikaner, dass eine
demokratische Regierungsform auf Dauer nicht ohne eine demokratische
Lebensform existieren könne.
Da in der deutschen Gesellschaft, hieß es damals weiter, eine
demokratische
Lebensform in der Zeit der Weimarer Republik instabil, sowie
unmittelbar nach
dem Zweiten Weltkrieg wenig verbreitet war, sollte die zukünftige
Entwicklung
einer demokratischen Lebensform in der deutschen Gesellschaft durch
Bildung
an den Schulen gefördert werden. 1946 hieß es auch, die Deutschen
würden
glauben, Demokratie sei primär eine Regierungsform, doch in viel
höherem
Maße sei sie aber eine Lebensform.
Interessanterweise beinhaltet diese damalige Argumentation auf
Seiten der
Amerikaner eine gewisse Entgegensetzung zwischen demokratischer
Bildung in
der Schule und Lebensformen in der Gesellschaft, einschließlich
einer
verständlichen Kritik dieser Lebensformen. Diese Argumentation
überrascht
nicht, da sie an dieser Stelle im Geiste der Reformpädagogik des
Amerikaners
John Dewey geschrieben wurde.
Seit rund 20 Jahren nun erscheinen wissenschaftliche Darstellungen
über die
Geschichte der Reformpädagogik mit kritischen Interpretationen. Die
Gründe
der Kritik liegen in irrationalen Rettungsphantasien bei einigen
Reformpädagogen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Der Titel beispielsweise eines Buches der schwedischen
Schriftstellerin Ellen
Key „Das Jahrhundert des Kindes“ aus dem Jahre 1900, wurde damals zu
einem Schlagwort der Reformpädagogik. In diesem Buch jedoch
entwickelte
Key auch Vorstellungen, wie mit Hilfe der Eugenik die
Höherentwicklung der
Menschheit stattfinden könne. Sie schlägt in ihrem Buch u. a. vor,
dass man
psychisch oder physisch unheilbar kranke Kinder einem schmerzlosen
Tod
zuführe.
Solche und ähnliche Vorstellungen sind nicht relativierbar, ihre
Kritik ist fraglos,
auch wenn sie Erscheinungen der damaligen Zeit gewesen sind, deren
menschenverachtende Konsequenzen sich jedoch spätestens in den
Diktaturen
des 20. Jahrhunderts zeigten. Man kann die Reformpädagogik
angesichts
solcher Pseudovisionen nicht dadurch rechtfertigen, indem man sie
von diesen
zu reinigen versucht.
Worum es aber seit 20 Jahren in der wissenschaftlichen Diskussion
über
Reformpädagogik geht ist keine Begründung für ihr Ende. Vielmehr
tendieren
die Untersuchungen eindeutig zu ihrer Weiterentwicklung unter den
gesellschaftlichen Bedingungen von heute.
In neueren Darstellungen zur Geschichte der Reformpädagogik wird die
Erziehung vom Kinde aus als gemeinsame Überzeugung ihrer Vertreter
hervorgehoben. Kinder sollen sich nach dieser Auffassung frei
entwickeln und
im Unterricht selbsttätig lernen können. Verwiesen wird hierbei zur
Erläuterung
beispielsweise auf das vom polnischen Reformpädagogen Janusz Korczak
in
den 20er Jahren formulierte „Recht des Kindes auf Achtung“. Ein Kind
habe das
Recht, von Erwachsenen auch als Mensch respektiert zu werden. Es ist
zwar
nicht erwachsen, doch deshalb kein unvollständiger Mensch.
Dieses Recht führt jedoch nicht nur zur Schlussfolgerung, das Kind
frei
wachsen oder gewähren zu lassen. Pädagogik vom Kinde aus heißt nicht
nur
Unterstützung eines Heranwachsenden zur Entfaltung seiner Freiheit,
sondern
auch zur Entwicklung seiner Achtung gegenüber der Freiheit anderer
Kinder
und der Erwachsenen. Korczak betonte daher, dass die Umsetzung des
Rechts
des Kindes auf Achtung an einer neuen Schule von der Einrichtung
einer
Versammlung und eines Gerichts von Kindern, Jugendlichen und
Erwachsenen
abhängt.
Auch Ellen Key entwickelte 1900 keine Pädagogik vom Kinde aus, die
als
Plädoyer für eine „laissez faire“-Erziehung zur egoistischen
Isolierung
gegenüber dem gesellschaftlichen Leben interpretiert werden müsste.
Sucht man ein reformpädagogisches Ideal von Key, so könnte hierfür
ihr
folgendes Zitat dienen: „Das Kind nicht in Frieden zu lassen, das
ist das größte
Verbrechen der gegenwärtigen Erziehung gegen das Kind. Dahingegen
wird
eine im äußeren sowie im inneren Sinne schöne Welt zu schaffen, in
der das
Kind wachsen kann, es sich darin frei bewegen zu lassen, bis es an
die
unerschütterliche Grenze des Rechts anderer stößt, das Ziel der
künftigen
Erziehung sein.“
Key ging es also nicht darum, Kinder bloß wachsen oder gewähren zu
lassen.
Stattdessen ist eine Umgebung zu gestalten, in der sie sich zwar
frei von der
Autorität der Erwachsenen entfalten, jedoch auch lernen können, ihre
eigene
Freiheit in Übereinstimmung mit der Freiheit anderer zu leben.
Diesen Gedanken, dass ein Kind lernen könne, freiwillig sein Leben
in Freiheit
zugleich in Übereinstimmung mit der Freiheit anderer zu führen,
versuchten
damals viele Reformpädagogen praktisch zu verwirklichen.
Im Folgenden werden zwei Vertreter aus der Geschichte der
Reformpädagogik
vorgestellt: John Dewey und Alexander Neill. Hierbei geht es um
konkrete
Theorie und Praxis aus traditionellen Perspektiven der
Reformpädagogik, denn
aufgrund solcher konkreten Perspektiven wird künftig mit zu
entscheiden sein,
ob Missbrauch von Kindern tradierte Reformpädagogik ist oder ob
eventuell
Pseudovisionäre in der Vergangenheit und Gegenwart diesen Missbrauch
reformpädagogisch zu legitimieren versucht haben.
John Dewey beteiligte sich von 1896 bis 1904 an einer
reformpädagogischen
Laborschule an der Universität von Chicago. Er selbst war zu dieser
Zeit
Universitätsprofessor und Mitbegründer dieser Schule, die später als
Dewey-
Schule bezeichnet worden ist. Die Laborschule gestalteten aber
zunächst ihre
Lehrerinnen. Erst durch Reflexionen über pädagogische Erfahrungen an
der
Laborschule entstand das Schulkonzept von Dewey.
Bildung verstand er als demokratisches Losungswort. Ihr konkretes
Ziel sollte
das individuelle Glück sein. Damit meinte Dewey die Übereinstimmung
zwischen den natürlichen Interessen eines Menschen und den
gesellschaftlichen Erwartungen institutionalisierter
Berufstätigkeit. Für diese
Bildungsaufgabe versuchte er, eine Schule der Zukunft zu
konstruieren.
Aus seiner Sicht mussten damals für den Aufbau einer solchen
Einrichtung vier
grundlegende Probleme gelöst werden: erstens eine Verbindung der
Schule mit
dem Leben des Kindes; zweitens eine Sammlung von Lehrstoffen, die
einen
sinnvollen Wert für die Entwicklung des Kindes beinhalten; drittens
die
Umstände und Erfahrungen eines Kindes aus seinem alltäglichen Leben
als
Grundlage des Schulunterrichts; und viertens Förderung der
individuellen
Entfaltung jedes Schülers.
Der Unterricht in der Schule müsse in Verbindung stehen mit dem
gesellschaftlichen Leben. Das Ziel aber sollte keine Unterwerfung
gegenüber
sozialen Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt sein. Schüler entwickeln
stattdessen eine pragmatische Intelligenz, mit der sie selbständig
ihre
Wechselwirkung zwischen der eigenen Freiheit und der
gesellschaftlichen
Umwelt gestalten lernen. Ausgangspunkt hierfür im Unterricht ist
daher nicht
der Lehrstoff, sondern die persönliche außerschulische
Erfahrungswelt der
Kinder.
Schüler lernen weiterhin mit dieser Voraussetzung im Unterricht
Lehrinhalte, die
sie in ihrem Leben außerhalb der Schule anwenden können. Die
Erfahrung
eines Kindes also, durch Unterricht sein außerschulisches Leben
qualitativ
erfolgreicher gestalten zu können, ist seine innere Motivation zu
Leistungen in
der Schule. Sinn des Lernens ist dadurch schon von Anfang an,
zukünftig als
Erwachsener eine glückliche Berufstätigkeit innerhalb sozialer
Arbeitsteilung
der Gesellschaft auszuüben.
Zur inneren Leistungsmotivation gehört diszipliniertes und
gemeinsames
Lernen. Dewey begründet das mit alltäglich beobachtbaren und
wissenschaftlich erkennbaren Bedürfnissen von Heranwachsenden.
Kinder beschäftigen vier natürliche Bedürfnisse: Erstens sind sie
von Natur aus
gesellig, möchten sich mitteilen, über ihre Erfahrungen und Gedanken
sprechen, sich mit anderen austauschen. Um sinnvolle Gedanken
handelt es
sich für sie dann, wenn sie empfinden, dass es auch ihre Gedanken
sind und
nicht die eines Lehrers, der passives Zuhören und Einpauken von
Lehrstoff
verlangt. Zweitens zeigen Kinder ein natürliches Verlangen, etwas zu
entdecken, also zu forschen. Drittens möchten sie durch Arbeit
selbst etwas
herstellen. Viertens zeigen sie den Wunsch, kreativ tätig zu sein.
Diese Darstellung von vier Bedürfnissen beschreibt natürliche
Antriebe zu
individueller und sozialer Selbsttätigkeit von Kindern. Sie sind
durch ihre
Selbsttätigkeit motiviert, die Welt gemeinsam mit anderen zu
erfahren und zu
lernen. Der Lehrer braucht sie nur indirekt durch anregende
Lernumgebungen
für Richtungen zu interessieren, die Kinder in ihrer freien
Entwicklung
unversehrt weiterführen. Selbsttätigkeit soll pädagogisch in
Richtungen geführt,
jedoch nicht durch Aufforderung oder Autorität erzwungen werden.
Kinder
lernen dann schrittweise, selbst zu entscheiden, um Intelligenz,
verbunden mit
Verantwortung für die Folgen eigener Handlungen, zu entwickeln.
Schüler erlernen eine solche Intelligenz durch gemeinsame praktische
Arbeit im
Unterricht. Hier geht es nicht darum, beliebige praktische Vorhaben
zu
inszenieren, sondern Schüler sollten diese vorschlagen oder darüber
entscheiden. Andernfalls ist praktischer Erfahrungsunterricht von
Beginn an
langweilig.
Eltern, Lehrer und Schulverwaltung gestalteten damals gemeinsam an
der
Laborschule ein Zusammenleben und einen Unterricht, in denen sich
die
Schüler glücklich, d. h. normal, entwickeln sollten. Hierfür ist
nicht Konkurrenz,
sondern Zusammenarbeit unter den Kindern Voraussetzung. Das galt
auch für
die Lehrer. Sie konnten individuell über Methoden und Material ihres
Unterrichts
entscheiden. Sie bereiteten den Unterricht durch eine an ihren
Kindern
orientierte, effektive und flexible Planung vor. Jede Woche gab es
ein formelles
Treffen und täglich informelle Absprachen unter den Lehrern, wo man
sich über
Ergebnisse im Unterricht gegenseitig austauschte. Im Mittelpunkt der
Gespräche standen stets Entwicklungen einzelner Kinder. Jeder Lehrer
konnte
im Grunde jeden Schüler unterrichten. Die Kinder suchten sich
entsprechend
ihren Interessen die Lehrer selbst aus.
Von Beaufsichtigung der Lehrer durch Inspektoren, Ursache vieler
Fehler an
Schulen, hielt Dewey nichts. Als wichtige Voraussetzungen für
erfolgreiche
Lehrer nannte er einerseits die Freiheit eines Lehrers und
andererseits seine
Mitverantwortung für jedes Kind gegenüber Eltern und Kollegen.
Lehrer
müssten so unabhängig sein wie Hochschullehrer. Dewey als
Universitätsprofessor war an der Laborschule formell nur ein Kollege
neben
anderen.
Die Kinder der Schule wurden nach deren Interessen, sowie nach ihrer
Sozialverträglichkeit untereinander entsprechend ihres altersgemäßen
Entwicklungsstandes eingeteilt, also nicht formal nach Jahrgängen.
Diese
Einteilung ersetzte die Selektion nach Schulnoten. Die Leistungen
der Schüler
wurden durch kein Ranking miteinander verglichen. Den Unterricht
gestaltete
man so, dass den Kindern ihr Erfolg oder Misserfolg selbsttätig
bewusst werden
konnte. Für jeden Schüler gab es außerdem irgendetwas, worin er
besonders
gut und erfolgreich war. Selten baten Kinder von sich aus um Noten,
um ihren
Leistungsstand nach außen zu objektivieren. Entscheidend blieb für
die Schüler
ihre Freiheit und Freude im Unterricht.
Es gab Wochen- und Tagespläne. Das Lehrerkollegium gestaltete die
Zeiten
und allgemeinen Ziele für einzelne Fächer. Entscheidend hierbei war
der
Ausgleich zwischen intellektuellen und handwerklichen Tätigkeiten im
Unterricht.
So sah beispielsweise der Plan für die neun- bis zwölfjährigen
Schüler vor, dass
sie rund 23 Stunden in der Woche oder 4 ½ Stunden täglich Unterricht
hatten.
Die Fächer hießen Geschichte, Geographie, Wissenschaft, Technik,
Kochen,
Wirtschaft, Kunst, Musik, Turnen und moderne Sprachen. Zum wichtigen
Bestandteil des Schulprogramms gehörten auch Exkursionen. Die
konkreten
Inhalte des Unterrichts planten Schüler und Lehrer am Beginn stets
gemeinsam. Hierbei ging es den Lehrern grundsätzlich immer um die
konkreten
Interessen ihrer Schüler.
Eine Schule der Zukunft sollte nach Dewey reich ausgestattet sein.
Dazu
gehören Werkstätten, Sammlungen, Garten- und Parkanlagen, Küche,
naturwissenschaftliche Laboratorien, Bibliothek, Räume für Musik und
darstellende Künste. Daneben sollten verschiedene Materialien wie
Holz,
Metall, Musikinstrumente, Kostüme, Theaterkulissen u. v. a. zur
Verfügung
stehen.
Weiterhin dürfte nach Dewey eine Schülergruppe nicht mehr als zehn
Kinder
umfassen. Der Unterricht sollte sehr familiär erfolgen, damit Kinder
gern zur
Schule gehen und dort glückliche Stunden verbringen können. Von
Bedürfnissen der Kinder ausgehende emotionale Beziehungen im
Schulleben
sind Voraussetzung für eine freiwillige oder normale
Leistungsbereitschaft der
Schüler im Unterricht.
Durch Spiel und Arbeit entwickeln sie Erfahrungen, Gespräche,
soziales
Handeln, Wissen, Intelligenz, Leistung, Talente sowie gemeinsame
Verantwortung für Misserfolg oder Erfolg. Verstärkung der
Lernleistungen
entstehen hier nicht durch äußere Anreize zu Egoismus und
Konkurrenz,
sondern durch äußere Veranlassung innerer Antriebe zu Individualität
und
Hilfsbereitschaft gegenüber Schwächeren.
Mittelpunkt des Lernens sollte eine Schulbibliothek sein. Sie ist
weniger ein
Raum für einsame Leser, sondern ein Ort für Gespräche zwischen
Schülern
über interessante Fragen. Bücher werden nicht als Lernmittel
abgelehnt,
sondern als vom Lehrer vorgeschriebene Lehrmittel. Kinder arbeiten
dann nicht
nur beim praktischen Lernen mit Dingen gern zusammen, sondern auch
beim
theoretischen Lernen über Büchern.
Dewey verstand also demokratische Bildung vom Kinde aus als
Gegensatz zum
Eintrichtern des Lehrstoffs vom Lehrer aus. Unterricht soll zur
Entwicklung
eigener Gedanken durch das Kind führen. Etwas anderes zu versuchen
tendiere zur Dressur und Konditionierung eines Sklaven. Zur
Erläuterung eines
Sklaven bezog sich Dewey auf Platon: „Platon spricht vom Sklaven als
von
einem Menschen, welcher in seinen Handlungen nicht seine eigenen
Ideen
ausdrückt, sondern die eines anderen.“
In diesem Zitat hatte Dewey, wie er weiter ausführte, konkret das
Bild eines
Arbeiters an einer Maschine vor Augen. Die Maschine ist nicht das
Problem,
sondern die Fremdbestimmung eines Menschen. Ein Arbeiter
funktioniere
damals meist nur als Teil der Maschine. Dewey verstand
Fremdbestimmung als
etwas Charakteristisches für die Qualität der Arbeit in modernen
Gesellschaften.
Einseitige Dienstleistung für die Gesellschaft war Deweys Schule
nicht.
Demokratische Bildung sollte der Passivität entgegen wirken, der
Gleichgültigkeit von Menschen gegenüber den Folgen ihres Handelns
für die
Freiheit anderer. Die Passivität aber schadet vor allem dem
Einzelnen selbst.
Lernen vom Kinde aus soll einen Menschen befähigen, später den
richtigen
Beruf zu finden, um glücklich leben zu können. Bei Dewey heißt es:
„Herauszufinden, wozu einer geeignet ist, und ihm die Möglichkeit
geben, dies
zu tun, ist der Schlüssel zum Glück. Nichts ist tragischer, als
seinen wahren
Lebenslauf zu verfehlen oder zu entdecken, dass man durch den Zwang
der
Umstände in einen unpassenden Beruf geraten ist.“
Nach Dewey also sollte ein Kind lernen, sich später nicht bloß dem
Arbeitsmarkt anzupassen, sondern seinen individuell passenden Beruf
zu
finden, der seinen Interessen entspricht. Zwang der Umstände, der
sonst das
Unglück für einen Einzelnen soziologisch vorbestimmen kann, beginnt
in der
Schule, wenn ein Kind dort unfrei durch Lehrer fremdgesteuert lernen
lernt. Ein
nicht vom einzelnen Schüler ausgehender Unterricht sei
undemokratisch, weil
er Menschen dazu dressiert, sich später unfrei beruflichen
Erwartungen
anzupassen und damit erheblich unglücklich zu machen.
Erziehung ist nach Dewey eine soziale Funktion der Gesellschaft,
weil es um
das Glück des Einzelnen im sozialen Leben geht. Eine schlechte
Lebensqualität
im Unterricht mindert nicht nur die Leistungsbereitschaft der
Kinder, sondern
behindert später ihre persönliche Lebensqualität und die in der
Gesellschaft
insgesamt. Außerdem lernen sie Freiheit im und Verantwortung für ihr
Leben zu
trennen. Die Demokratie in der Gesellschaft und das Glück für einen
Einzelnen
sollte man daher nicht soziologisch dual, d. h. ohne Zusammenhang,
betrachten.
Ein Element demokratischer Erziehung jedoch thematisierte Dewey für
seine
neue Schule damals kaum, nämlich die Selbstregierung in Schulen.
Hierfür ist
eine andere Einrichtung ein wichtiges Vorbild geworden:
Die 1921 von Alexander Neill gegründete, bis zu seinem Tod 1973
geleitete und
heute weiterhin arbeitende Summerhill-Schule aus Großbritannien ist
vermutlich
die berühmteste Schule mit demokratischer Selbstverwaltung von
Kindern,
Jugendlichen und Erwachsenen. Neill bezeichnete diese Form als den
Schlüssel zu jeder am Kind orientierten Erziehung. In Summerhill
werden auf
einer wöchentlichen Schulversammlung die internen Probleme des
Zusammenlebens besprochen und wenn notwendig durch gemeinsame
Beschlussfassungen neu geregelt. Schüler und Erwachsene diskutieren
gleichberechtigt und haben jeweils eine Stimme.
Nach Neill könne man den erzieherischen Wert der direkten
demokratischen
Selbstverwaltung einer Schule nicht hoch genug bewerten. Wenn eine
antiautoritäre Erziehung ohne die Autorität von Erwachsenen möglich
bleiben
soll, dann ginge das nicht ohne die Autorität von Regeln, die durch
eine
Schulversammlung beschlossen worden sind. Verzichtet man auf dieses
Gremium, dann würde antiautoritäre Erziehung nicht zur Freiheit
führen,
sondern zur Zügellosigkeit von Kindern und Jugendlichen und zum
Egoismus
bei Erwachsenen. Aus Neills Sicht hätte das die antiautoritäre
Erziehung der
68er-Bewegung damals nicht verstanden.
So überrascht es nicht, dass VertreterInnen aus der 68er
antiautoritären
Erziehungsbewegung Neill Anfang der 70er Jahre vorwarfen, er würde
seine
Kinder zur Anpassung an die bestehende Gesellschaft erziehen, so
dass sein
Summerhill-Konzept für eine antiautoritäre Erziehung nicht in Frage
käme.
Neills Pädagogik beabsichtigt in der Tat keine Erziehung zur
sozialistischen
Revolution, sondern zur demokratischen Freiheit.
Zur Freiheit eines Kindes formulierte Neill zwar einfache, aber auch
klare
pädagogische Vorstellungen. An verschiedenen Stellen heißt es
hierüber bei
ihm: „Leben nach eigenen Gesetzen, das ist das Recht des Kleinkindes
auf
freie Entfaltung, ohne äußere Autorität in seelischen und
körperlichen Dingen.
… Es ist falsch, irgend etwas durch Autorität zu erzwingen. Das Kind
sollte
etwas so lange nicht tun, bis es selbst überzeugt ist, dass es das
tun sollte.“
Aber Freiheit heißt eben auch, „tun und lassen zu können, was man
mag,
solange die Freiheit der anderen nicht beeinträchtigt wird. … Ein
Mensch ist …
nicht nur er selbst. Er ist eine Kombination aus allen Menschen, mit
denen er zu
tun gehabt und von denen er viele Wertbegriffe übernommen hat.“
Neill meinte, man müsse besonders kleinen Kindern ein Leben nach
eigenen
Gesetzen ermöglichen. Sie sollten sich seelisch und körperlich frei
entfalten
können. Das bedeutet jedoch nicht, in der nachfolgenden Entwicklung
ein
Leben ohne Grenzen zu lernen. Sondern ältere Kinder und Jugendliche
müssten lernen, untereinander und auch gegenüber Erwachsenen die
eigene
Freiheit mit der Freiheit anderer Menschen zu verbinden.
Der Ort, wo Kinder und Jugendliche in der Schule das gemeinsam mit
Erwachsenen üben können, ist nach Neill die Schulversammlung. Hier
lernt ein
Heranwachsender seine Bedürfnisse und Überzeugungen zu vertreten,
über
Gegensätze mit anderen zu diskutieren, um dadurch gemeinsam Regeln
zu
entwickeln, die für betreffende oder alle Schüler und Pädagogen
gleichermaßen
verbindlich sein sollen.
Die demokratische Schulversammlung war für Neill also ein
antiautoritäres
Erziehungsmittel, durch welches Schüler demokratische Lebensform
lernen
können. Sie üben hier ihre Konflikte untereinander und mit Pädagogen
durch
Diskussion, Perspektivenwechsel, Verständnis und Übereinkunft zu
lösen, sich
freiwillig der Autorität gemeinsamer Regeln unterzuordnen, also
nicht der
Autorität einer Person.
Die Zuneigung eines Pädagogen besonders zu Kindern in der Schule war
für
Neill von entscheidender Bedeutung. Ein Kind zu lieben hieß für
Neill als
Erzieher und Lehrer, auf der Seite des Kindes zu sein. An
verschiedenen
Stellen schrieb Neill hierüber: „Kinder brauchen Liebe und
Verständnis nötiger
als Unterricht. Sie brauchen Anerkennung und Freiheit, um ihrer
Natur
entsprechend gut zu sein.“ Der Pädagoge soll „auf Seiten des Kindes
stehen.“
Aber: „Kinder verlangen mehr nach Liebe, als sie selbst lieben. …
Sie bemühen
sich [also] nie um meine persönliche Anerkennung“, heißt es bei
Neill, sondern
„sie wollen nur von der ganzen Schulgemeinschaft anerkannt werden.“
Die
„soziale Anerkennung [ist] die Hauptsache bei einer Reformschule.“
Neill als Pädagoge beabsichtigte also nicht, dass die Kinder oder
Jugendlichen,
egal in welcher Art und Weise, ausgerechnet seine Anerkennung
anstreben.
Ein eitler Pädagoge war Neill gegenüber Schülern nicht.
Der Unterricht in Summerhill ist nicht obligatorisch, sondern
freiwillig. Kinder,
die zuvor an anderen Schulen waren, bräuchten in der Regel einige
Monate, bis
sie eine Lernverdrossenheit überwunden haben und den Unterricht
freiwillig
besuchen. Neill zumindest beobachtete, dass Kinder von sich aus sehr
gern
lernen, wenn man sie nicht zum Lernen nötigt. Dann erübrigen sich
auch viele
Fragen der Unterrichtsmethode.
Seit zehn Jahren gibt es in Summerhill zwei Berater in Fragen der
Lehrplangestaltung. Es zeigte sich aber, dass Schüler weniger von
modernen
Versuchen halten würden, wenn ihre Lehrer versuchen, ihnen den
Unterricht zu
garnieren oder schmackhaft zu machen. Wer freiwillig den Unterricht
besucht,
will lernen und weiß, dass Anstrengung und Leistung dazu gehören. So
gibt es
normale Unterrichtsklassen mit konventionellem, um nicht zu sagen
traditionellen Methoden des Lehrens und Lernens. Entscheidend aber
bleibt,
dass die Interessen der Schüler die thematischen Inhalte des
Unterrichts
bestimmen.
Verhaltensprobleme von sogenannten „hyperaktiven Kindern“ versucht
man in
Summerhill zunächst mit Hilfe der individuellen Selbstregulation
solcher Kinder
durch die Möglichkeiten einer demokratischen Gemeinschaft im
Unterricht und
in der Schule zu lösen. Für das Lernen im Unterricht hilfreich ist
hierbei die
Freiwilligkeit.
Gelernt jedenfalls wird seit den 20er Jahren in Summerhill, obwohl,
ähnlich wie
in der Laborschule von Dewey zuvor, die Teilnahme am Unterricht
freiwillig
bleibt. Beide führten die Leistungsbereitschaft ihrer Schüler auf
deren
Freiwilligkeit zurück. Ähnlich wie Dewey beobachtete Neill im
Unterricht
Freiwilligkeit und Freude am Lernen als Voraussetzung für eine
natürliche und
glückliche Entfaltung oder eben einfach normale angstfreie
Entwicklung von
Anstrengung und Leistung.
Reformpädagogen von damals wollten eine Schule, wo Kinder für ihr
Leben
gern lernen. Autoritäre Verhaltensweisen von Lehrern im Unterricht,
so meinte
man, hemmen Leistungen von Schülern, indem sie ein Lernen lehren,
durch
das Kinder geringe freiwillige Leistungsbereitschaft entwickeln,
somit viele ihrer
Fähigkeiten verkümmern, die später einem Erwachsenen gelegentlich
nicht nur
fehlen, sondern manchmal auch als verlorene Möglichkeiten für ein
gelungenes
oder glückliches Leben empfunden werden. Das könnte besonders für
individuelle Freiheiten in einer modern entwickelten, demokratischen
Leistungsgesellschaft zu regressiven Folgen führen. Daher ist die
Reformpädagogik nicht zu Ende.
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