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SWR2 Wissen - Aula - Thomas Metzinger: Das letzte
Rätsel der Philosophie. Was ist das Bewusstsein (3)
Autor und Sprecher: Prof. Thomas Metzinger *
http://www.philosophie.uni-mainz.de/metzinger/metzinger_dt.html
http://www.mentis.de/index.php?id=00000034&article_id=00000028&category=&book_id=00000413&key=metzinger
Redaktion: Ralf Caspary, Susanne Paluch
Sendung: Donnerstag, 1. November 2007, 8.30 Uhr,
SWR 2
Bitte beachten Sie:
Das Manuskript ist ausschließlich zum persönlichen, privaten
Gebrauch bestimmt.
Jede weitere Vervielfältigung und Verbreitung bedarf der
ausdrücklichen
Genehmigung des Urhebers bzw. des SWR.
ÜBERBLICK
Das Problem des Bewusstseins besteht aus einem ganzen
Bündel theoretischer und empirischer Fragestellungen. Es
gibt jedoch ein Kernproblem, eine wichtige Frage: Was
genau bedeutet es eigentlich, wenn man sagt, dass
Bewusstsein ein subjektives Phänomen ist? Jeder Mensch
verfügt über eine Innenperspektive, die kein anderer
Mensch nachvollziehen kann und die auf untrennbare Weise
mit einem Ich-Gefühl verbunden ist. Thomas Metzinger,
Professor für Philosophie an der Universität Mainz,
beschreibt im letzten Teil seiner Reihe über das
Bewusstsein das Rätsel der Subjektivität, anhand
aktueller Beispiele aus der Hirnforschung.
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ZUM AUTOR
Thomas Metzinger
geboren 1958, Studium der Philosophie, Ethnologie und Theologie in
Mainz, Magisterarbeit über Rationalismus und Mystik, danach
Promotion mit einer Arbeit über das Leib-Seele-Problem. 1992
Habilitation im Fach Philosophie, 1997 - 98 Fellow am
Hanse-Wissenschaftskolleg in Bremen-Delmenhorst, ab 2000 Professor
für Theoretische Philosophie an der Universität Mainz.
Forschungsschwerpunkte: Philosophie des Geistes, Künstliche
Intelligenz und verwandte Bereiche, Ethik.
BÜCHER
Grundkurs Philosophie des Geistes (Hrsg)., 3 Bände, Mentis Verlag.
Band 1: Phänomenales Bewusstsein.
Band 2: Das Leib-Seele-Problem.
Band 3 : Intentionalität und mentale Repräsentation.
Being No One. The Self-Model Theory of Subjectivity. Cambridge mit
press.
Neuere Beiträge zur Diskussion des Leib-Seele-Problems. Lang.
Subjekt und Selbstmodell. Mentis.
Bewußtsein. Beiträge aus der Gegenwartsphilosophie (Hrsg.). Mentis.
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INHALT
Ansage:
Mit dem Thema: „Das letzte Rätsel der Philosophie - Was ist das
Bewusstein, Teil 3“.
Der Mainzer Philosoph Professor Thomas Metzinger hat in den letzten
beiden Folgen der AULA dargestellt, aus welchen einfachen Elementen
sich das Bewusstein zusammensetzt, er hat außerdem die komplexeren
Bausteine erläutert; heute geht es um seine Theorie vom
Selbstmodell. Metzinger geht nicht mehr vom traditionellen Subjekt
aus, von einem metaphysischen Ich, er sagt: Das Ich und seine Welt
sind Resultate von Darstellungs- und Verarbeitungsprozessen im
Gehirn, nicht mehr und nicht weniger.
Thomas Metzinger stellt im dritten und letzten Teil seiner Reise ins
Bewusstein diese Selbstmodell-Theorie vor, zunächst aber beschreibt
er noch drei Eigenschaften des Bewussteins, die wichtig sind für die
subjektive Innenperspektive, für die Tatsache, das wir sagen: Ich
bin es, der da denkt und empfindet.
Thomas Metzinger:
Das erste ist die phänomenale Meinigkeit - englische Philosophen
nennen sie auch den „sense of owner-ship“ -, das Gefühl des
Besitzens. Das ist eine höherstufige Eigenschaft einzelner Formen von
phänomenalem Gehalt. Hier sind ein paar Beispiele dafür, wie wir mit
der Sprache aus dem öffentlichen Raum auf diese privaten
Eigenschaften Bezug nehmen. Wir sagen Sachen wie: “Ich erlebe mein
Bein subjektiv als immer schon zu mir gehörend“; „ich erlebe meine
Gedanken und meine Gefühle immer als Teil meines eigenen
Bewusstseins“; „meine Willensakte werden von mir selbst initiiert“.
Die zweite Zieleigenschaft ist die Selbstheit, das Ich-Gefühl,
Philosophen nennen es manchmal auch präreflexive Selbstvertrautheit:
Das ist die Kerneigenschaft, das erlebnismäßig unhintergehbare
„Ich-Gefühl“. Und hier sind wieder Beispiele dafür, wie wir von
außen auf dieses Merkmal unseres inneren Erlebens hinweisen: „Ich
bin jemand“; „ich erlebe mich selbst als identisch durch die Zeit
hinweg“; „die Inhalte meines Selbstbewusstseins bilden eine
zusammenhängende Ganzheit“; „mit dem Inhalt meines
Selbstbewusstseins bin ich vor allen gedanklichen Operationen ‚immer
schon’ vertraut“.
Die dritte Eigenschaft ist die der Perspektivität: Das ist eine
Eigenschaft unseres Bewusstseinsraums als Ganzem, ein
Strukturmerkmal. Er wird durch ein handelndes und erlebendes Subjekt
zentriert, durch ein Selbst, das Beziehungen zu sich selbst und zur
Welt aufbaut. Hier sind wieder Beispiele: „Meine Welt besitzt einen
unverrückbaren Mittelpunkt und dieser Mittelpunkt bin ich selbst“;
„Bewusstsein zu haben bedeutet, eine individuelle Innenperspektive
zu besitzen“.
Was jetzt geleistet werden muss, ist eine repräsentationale und eine
funktionale Analyse dieser Eigenschaften. Man muss fragen: Was sind
die funktionalen und repräsentationalen Eigenschaften, die ein
informationsverarbeitendes System mindestens besitzen muss, um
unsere fraglichen Zieleigenschaften zu instantiieren? Welche dieser
Eigenschaften sind hinreichend, welche sind notwendig? Was genau
bedeutet es für ein solches System, eine Erste-Person-Perspektive
auf die Welt und auf die eigenen mentalen Zustände einzunehmen?
Der zweite Schritt: Das Selbstmodell
Der zweite Schritt besteht darin, eine neue theoretische Entität
einzuführen: das phänomenale Selbstmodell (PSM). Das System muss in
jedem Fall eine kohärente Selbstrepräsentation besitzen, ein
zusammenhängendes inneres Modell von sich selbst als einer Ganzheit.
Ein Selbstmodell ist in unserem eigenen Fall nur vorübergehend aktiv
und sein Inhalt wird durch Eigenschaften des Systems selbst gebildet
wird. Immer dann, wenn eine solche Selbstrepräsentation gebraucht
wird, um die Interaktion mit der Umwelt zu regulieren, wird sie
vorübergehend aktiviert. Das, was am Morgen passiert, wenn Sie
aufwachen, ist, dass das System, das Sie sind, sein phänomenales
Selbstmodell „bootet“. Sie müssen schnell zum Kühlschrank laufen,
Sie müssen, wie die Forscher sagen, komplexe sensomotorische
Integration auf der Stufe globaler Verfügbarkeit leisten, und dazu
brauchen Sie ein bewusstes Selbstmodell. Wenn dieses Selbstmodell im
Gehirn aktiviert wird, wenn Sie aufwachen, das ist dann der Moment,
in dem Sie zu sich selbst kommen.
Im letzten September haben an der Cornell University die ersten
Forscher einen Roboter gebaut, der ein explizites Selbstmodell, ein
Körperbild entwickelt, dadurch dass er strampelt und sein Feedback
verrechnet. Er träumt erst innere Körperbilder, macht
Zufallsbewegungen, vergleicht die Sinnesempfindungen durch diese
Zufallsbewegungen mit den geträumten Körperselbsten und entwickelt
dann, genau wie ein strampelndes Baby, sozusagen ein passendes Bild
von seinem eigenen Körper. Dieses Bild verwendet er dann, um
Gehformen, Verhaltensweisen zu synthetisieren, und lernt, sich
intelligent zu bewegen. Das Interessante ist, diesen Roboter
unterscheidet von vielen anderen Maschinen die Tatsache, dass wenn
man ihm einen Arm abhackt, was diese Forscher natürlich sofort
gemacht haben, er danach lernen kann zu hinken. Das heißt, dieser
Roboter hat den Körper eines vierarmigen Seesterns, und wenn man
einen dieser vier Arme entfernt, dann verändert sich das
Selbstmodell in der zentralen Recheneinheit. Diese Maschine kann
sehr schnell lernen, dass ihr ein Körperteil fehlt, und dann eine
neue Lösung, nämlich das Hinken, entwickeln.
Natürlich ist das ein unbewusstes Selbstmodell. Dieser Roboter
erlebt nichts, trotzdem lässt er uns sehr gut verstehen, wie in der
Evolution die ersten Tiere, die sich intelligent bewegen mussten,
Selbstmodelle entwickelt haben.
Was wir im Grunde brauchen, ist also eine umfassende Theorie des
Selbstmodells von Homo sapiens. Ein wichtiger Punkt ist, dass
Selbstmodelle nicht nur eine lange Geschichte auf unserem Planeten
haben – viele Tiere haben auch bewusste Selbstmodelle -, sondern
dass sie eine Art von „virtuellem Organ“ sind, ein Organ, das nur
manchmal angeschaltet wird, und dass dieses Organ in unserem eigenen
Fall überhaupt erst die Bildung von komplexen Gesellschaften
ermöglichte. Plastische und immer komplexere Selbstmodelle erlaubten
nämlich nicht nur eine fortlaufende Optimierung von Lernvorgängen,
von somatomotorischen, perzeptiven und kognitiven Funktionen,
sondern später eben auch soziale Kognition und damit die Entwicklung
von kooperativem Verhalten. Mit Selbstmodellen entstanden die
fundamentalen Ressourcen für Perspektivenübernahme, für Einfühlung
und Empathie, aber auch für Schuldbewusstsein und metakognitive
Leistungen wie die Entwicklung eines Selbstbegriffs oder einer „theory
of mind“.
Mit dem Vorhandensein eines stabilen Selbstmodells kann dann das
entstehen, was wir als die „Perspektivität des Bewusstseins“
bezeichnen: Die Existenz eines einzigen, kohärenten und zeitlich
stabilen Modells der Wirklichkeit, das auf oder um ein einziges,
kohärentes und zeitstabiles phänomenales Subjekt zentriert ist, das
heißt um ein Modell des Systems als jetzt gerade Erlebnisse habend.
Dieses strukturelle Merkmal unseres inneren Darstellungsraums kann
vorübergehend dazu führen, dass ein zeitlich ausgedehnte,
nicht-begriffliche Erste-Person-Perspektive entsteht. Wenn diese
Eigenschaft verloren geht, verändert sich auch die Phänomenologie
und verschiedene neuropsychologische Störungsbilder oder veränderte
Bewusstseinszustände treten hervor.
Vielleicht hat vieles in den Ohren meiner Zuhörer ja sehr abstrakt
geklungen. Ein Selbstmodell ist jedoch nichts Abstraktes, sondern
etwas ganz und gar Konkretes. Hier ist ein erstes Beispiel:
Was ein phänomenales Selbstmodell ist, hat der Neuropsychologe
Vilayanur Ramachandran in einer Serie von faszinierenden
Experimenten gezeigt, bei denen er mit Hilfe von einfachen Spiegeln
Synästhesien und Bewegungsillusionen in Phantomgliedern auslöste
(vgl. Ramachandran/Rogers-Ramachandran 1996; eine populäre
Darstellung ist Ramachandran/Blakeslee 1998: 46ff.). Phantomglieder
sind subjektiv erlebte Gliedmaßen, die typischerweise nach dem
Verlust eines Arms oder einer Hand oder nach chirurgisch
durchgeführten Amputationen auftreten. In manchen Fällen, zum
Beispiel nach einer nichttraumatischen Amputation durch einen
Chirurgen, sind die Patienten subjektiv in der Lage, ihr
Phantomglied willentlich zu kontrollieren und zu bewegen. Das
neurofunktionale Korrelat dieser phänomenalen Konfiguration könnte
darin bestehen, dass – da es keine widersprechende Rückmeldung aus
dem amputierten Arm gibt – Motorbefehle, die im motorischen Cortex
entstehen, immer noch kontinuierlich durch Teile des Parietallappens
überwacht und dabei in denjenigen Teil des bewussten Selbstmodells
integriert werden, der als ein Motoremulator dient (vgl. dazu auch
Grush 1997, 1998: 174; Ramachandran/Rogers-Rama-chandran 1996: 378).
Ramachandran und seine Kollegen konstruierten nun eine „virtuelle
Realitätskiste“, indem sie einen Spiegel vertikal in einen
Pappkarton ohne Abdeckung einsetzten. Zwei Löcher in der Vorderseite
des Kartons ermöglichten es dem Patienten, sowohl seinen echten als
auch seinen Phantomarm hinein zu schieben. Ein Patient, der seit
vielen Jahren unter einem paralysierten Phantomglied litt, wurde
dann gebeten, das Bild seiner normalen Hand im Spiegel zu
betrachten, um so – auf der Ebene des visuellen Inputs – die
Illusion zu erzeugen, dass er zwei Hände sieht, obwohl er in
Wirklichkeit nur das im Spiegel reflektierte Bild seiner intakten
Hand sehen konnte. Die Fragestellung: Was geschieht mit dem Inhalt
des phänomenalen Selbstmodells, wenn man jetzt die Versuchsperson
bittet, auf beiden Seiten symmetrische Handbewegungen auszuführen?
Ramachandran beschreibt ein typisches Resultat dieses Experiments:
„Ich bat Philip, seine rechte Hand innerhalb der Kiste rechts vom
Spiegel zu platzieren und sich vorzustellen, dass seine linke Hand
(das Phantom) sich auf der linken Seite befindet. Dann gab ich die
Instruktion: ‚Ich möchte, dass Sie gleichzeitig ihren rechten und
ihren linken Arm bewegen’. ‚Oh, das kann ich nicht’, sagte Philip.
‚Ich kann meinen rechten Arm bewegen, aber mein linker Arm ist
eingefroren. Jeden Morgen beim Aufstehen versuche ich, mein Phantom
zu bewegen, weil es sich immer in dieser seltsamen Stellung befindet,
und weil ich das Gefühl habe, dass Bewegungen den Schmerz lindern
könnten. Aber’, sagte er, während sein Blick abwärts an seinem
unsichtbaren Arm entlang glitt, ‚ich war niemals in der Lage, auch
nur den Funken einer Bewegung in ihm zu erzeugen.’ ‚Okay Philip –
versuchen Sie es trotzdem.’ Philip drehte seinen Körper und bewegte
seine Schulter in die richtige Stellung um sein lebloses
Phantomglied in die Kiste ‚hinein zu schieben’. Dann hielt er seine
rechte Hand neben die andere Seite des Spiegels und versuchte,
synchrone Bewegungen zu machen. Als er in den Spiegel schaute, rang
er plötzlich um Atem und rief dann aus: ‚Oh mein Gott! Oh mein Gott,
Doktor! Das ist unglaublich. Ich glaube, ich werde verrückt!’ Er
sprang auf und ab wie ein Kind. ‚Mein linker Arm ist wieder
angeschlossen. Es ist, als ob ich in der Vergangenheit bin. Ganz
viele Erinnerungen aus der Vergangenheit überfluten mein Bewusstsein.
Ich kann meinen Arm wieder bewegen! Ich kann die Bewegung meines
Ellenbogens spüren, auch die meines Handgelenks. Alles ist wieder
beweglich.’ Nachdem er sich etwas beruhigt hatte, sagte ich: ‚Okay
Philip – schließen Sie jetzt Ihre Augen.’ ‚Oh je’, sagte er, und die
Enttäuschung in seiner Stimme war deutlich zu hören, ‚es ist wieder
eingefroren. Ich fühle wie meine rechte Hand sich bewegt, aber es
gibt keinerlei Bewegungsempfindung im Phantom.’ ‚Öffnen Sie Ihre
Augen.’ ‚Oh ja – jetzt bewegt es sich wieder.’“ (Ramachandran/Blakeslee
1998: 47f.; Übers. d. Verf. Vgl. auch dazu Ramachandran/Rogers-Ramachandran
1996)
Was sich in diesem Experiment bewegt, ist das phänomenale
Selbstmodell. Das plötzliche Auftreten von Bewegungsempfindungen in
der verlorenen Subregion des Selbstmodells wurde sozusagen durch die
Installation einer zweiten Quelle von „virtueller Information“
möglich gemacht. Sie machte den visuellen Modus der
Selbstrepräsentation sozusagen wieder zugänglich und damit auch die
betreffende Information wieder verfügbar für die willentliche
Kontrolle. Was das Experiment ebenfalls zeigt, ist wie phänomenale
Eigenschaften durch komputationale und repräsentationale
Eigenschaften festgelegt werden. Körperliches Selbstbewusstsein
hängt sehr eng mit Vorgängen im Gehirn zusammen.
Der dritte Schritt: Eine repräsentationalistische Analyse unserer
drei Zieleigenschaften
Die Grundidee ist jetzt, dass Selbstbewusstsein in wesentlichen
Aspekten eine Integrationsleistung ist: Alle Zustände, die in das
gegenwärtig aktive Selbstmodell eingebettet werden, gewinnen die
höherstufige Eigenschaft der Meinigkeit hinzu. Wenn dieser
Einbettungsprozess gestört wird oder hypertrophiert, dann
resultieren verschiedene neuropsychologische Syndrome oder
veränderte Bewusstseinszustände. Werfen wir wieder einen Blick auf
einige Beispiele, bei denen die phänomenale Meinigkeit verloren
geht:
Im schizophrenen Schub hat der Patient häufig das Gefühl, dass
fremde Gedanken in seinen Bewusstseinsraum eindringen, dass bewusst
erlebte Gedanken nicht seine eigenen Gedanken sind. Dieses System
würde das vorhersagen: Wenn ein System seine eigene kognitive
Verarbeitung nicht mehr in sein Selbstmodell einbetten kann, dann
kann es sie nicht mehr als die eigenen Gedanken erleben.
Ein anderes Beispiel sind sogenannte Somato-Paraphrenien oder der
Unilaterale Hemi-Neglekt: Dabei haben Patienten nach einer
Hirnverletzung das Gefühl, dass ihr Bein oder ein anderer Körperteil
nicht mehr ihr eigenes Bein ist. Sie versuchen, es dann voll Ekel
aus dem Bett zu werfen, fallen mit dem Bein aus dem Bett. Wenn die
Krankenschwester gelaufen kommt, sagen sie: „An meiner Hüfte ist ein
Leichenbein festgewachsen.“ Und die Krankenschwester entgegnet:
„Wenn das so wäre, dann müssten Sie ja drei Beine haben. Zählen Sie
doch mal!“
Meinigkeit kann selektiv für ganz viele Körperteile verloren gehen.
Interessanterweise gibt es auch Situationen, in denen das
Selbstmodell sich sozusagen bis an die Grenze der Welt ausdehnt und
in denen ein Patient alle Ereignisse in der Welt als durch sich
selbst , durch die eigenen Willensakte kontrolliert erlebt.
Ich war vor vielen Jahren mal in der Psychiatrie in Frankfurt am
Main, da hatten sie zwei solcher Patienten. Der eine stand den
ganzen Tag am Fenster und „ließ die Sonne gehen“; der andere hat
runtergeschaut auf den Verkehr, die Autos kontrolliert, die Puppen
laufen lassen und die Ampeln zum richtigen Zeitpunkt an- und
ausgemacht, das heißt, seine Phänomenologie war, dass jedes
Ereignis, was er erlebt, von ihm selbst kontrolliert wurde.
Subjektiv erlebte Meinigkeit ist also eine Eigenschaft einzelner
Formen von phänomenalen Inhalten, zum Beispiel der mentalen
Repräsentation eines Beins, eines Gedankens oder eines Willensaktes.
Wir sehen, dass diese Eigenschaft nicht notwendig mit ihnen
verbunden ist, sie ist keine intrinsische, sondern eine relationale
Eigenschaft. Die Verteilung von Meinigkeit über die Elemente eines
bewussten Weltmodells kann variieren. Sie kann verloren gehen, und
zwar genau dann, wenn dem System die Integration bestimmter Inhalte
ins Selbstmodell nicht mehr gelingt.
Hier ist ein zweites konkretes Beispiel: Bei der Gummihand-Illusion
– die können Sie zuhause nachmachen, zum Beispiel mit einem
Spülhandschuh, den Sie mit Wasser füllen und verschließen - werden
eine gefühlte und eine gesehene Berührung vom Gehirn so miteinander
verschmolzen, dass nicht nur eine propriozeptive Karte vorübergehend
mit einer visuellen Karte in Übereinstimmung gebracht werden – also
die Eigenwahrnehmung des Körpers mit dem, was man sieht –, sondern
so, dass damit auch das Gefühl des „Besitzens“, die phänomenale „Meinigkeit“
auf die Gummihand übergeht.
Das Experiment geht so: Sie verstecken Ihre linke Hand unter den
Tisch und legen vor sich auf den Tisch den Spülhandschuh. Dann muss
der Versuchsleiter über Ihre Hand unter dem Tisch, die Sie nicht
sehen können, und über den Gummihandschuh rhythmisch streichen mit
einem Stäbchen oder einem Pinsel. Genau synchron. Nach etwa 60 bis
90 Sekunden werden Sie auf einmal eine Verbindung von Ihrer Schulter
zur Gummihand halluzinieren und erst das Gefühl haben, dass diese
Gummihand, die Sie sehen, tatsächlich ein Teil Ihres körperlichen
Selbst ist. Aber was noch viel spannender ist: Sie werden die
gesehene Berührung in dieser Hand spüren.
Die Versuchsperson erlebt die Gummihand als ihre eigene Hand und
fühlt die Berührung in dieser Hand. Wenn man sie im Labor bittet,
auf ihre verdeckte linke Hand zu zeigen, unterläuft ihr ein Fehler
in Form einer Abweichung in Richtung auf die Gummihand (vgl.
Botvinick/Cohen 1998: 756). „Verletzt“ man einen Finger der
Gummihand durch eine Biegung nach hinten in eine physiologisch
unmögliche Position, dann wird auch der phänomenal erlebte Finger
als wesentlich weiter zurückgebogen erlebt, als er es in
Wirklichkeit ist, zusätzlich zeigt sich eine deutliche messbare
Hautwiderstandreaktion.
Mein persönlicher Tipp für Sie, wenn Sie dieses Experiment heute
Abend ausprobieren und die Versuchsperson hat die Illusion: Schlagen
Sie mal mit einem Hammer auf die Gummihand und schauen Sie, was
passiert.
Im September haben Olaf Blanke, Bigna Lenggenhager und ich eine
Studie veröffentlich im amerikanischen Wissenschaftsmagazin
„Science“, in der wir gezeigt haben, dass es eine Ganzkörpervariante
der Gummihand-Illusion gibt. Dieses Experiment haben wir im
Cyberspace durchgeführt, das heißt, die Versuchspersonen bekommen
eine Brille aufgesetzt, ein sogenanntes „head-mounted display“, sie
werden von hinten gefilmt und dann sehe ich auf einmal wie in dem
berühmten Bild von Margrit von 1937 mich selbst 3 Meter vor mir
selbst im Cyberspace stehen von hinten, weil der Computer das
Kamerabild einbettet in die virtuelle Realität. Dann kommt Bigna,
die geniale Doktorandin, und beginnt, meinen ganzen Rücken
großflächig synchron zu streicheln. Ich sehe dann, wie der Avatar
von mir auch gestreichelt wird . Bei vielen Versuchspersonen führt
das dazu, dass sie auf einmal so etwas ähnliches wie eine künstliche
außerkörperliche Erfahrung, ein „out-of-body“-Erlebnis haben. Das
heißt, man hat auf einmal das Gefühl, das Selbst befindet sich
außerhalb der Grenzen des physischen Körpers, nämlich in dem Avatar.
Ich denke, man sollte diese Ergebnisse nicht überinterpretieren,
aber sie zeigen, dass auch die einfachste Form des
Selbstbewusstseins nicht nur experimentell manipuliert werden kann,
sondern dass sie auch ohne eine agency-Komponente auskommt. Das
heißt, wir müssen uns nicht bewegen oder handeln, um ein Selbst zu
sein, und wir müssen auch nicht denken oder sprechen können. Es ist
ganz klar, dass diese Ganzkörper-Illusion, die Ganzkörpervariante
der Gummihand-Illusion auch bei Tieren funktionieren würde. Das
Problem wäre nur, wie füllen die die Fragebögen richtig aus.
Wenden wir uns jetzt deshalb gleich der zweiten Zieleigenschaft zu:
der Selbstheit, der Ichhaftigkeit. Die Idee ist wieder einfach: Wenn
es ein zusammenhängendes und zeitlich stabiles Selbstmodell gibt,
dann gibt es auch dieses Ich-Gefühl und wieder gibt es, wenn dieses
Selbstmodell beschädigt ist, wenn es zerfällt oder wenn verschiedene
Strukturen alternieren, neuropsychologische Störungsbilder oder
veränderte Bewusstseinszustände:
Da gibt es zum Beispiel Anosognosien oder Anosodiaphorien. Beispiel
wären Patientenn mit Antons Syndrom. Diese Patienten sind nach einer
massiven kortikalen Blutung blind, sie werden nie mehr etwas sehen,
aber sie behaupten oft, für Minuten, Stunden oder manchmal eben auch
Tage, dass sie noch eine sehende Person sind, zeigen aber funktional
alle Anzeichen des Blindseins, fallen über Möbel, stoßen sich an
Wänden. Ich glaube, diese Patienten berichten wahrhaftig, ganz
ehrlich über den Inhalt ihres phänomenalen Selbstmodells, es ist nur
noch nicht upgedatet worden. Das Gehirn konnte den Defizit, das
Wissen über den Defizit noch nicht einbetten.
Dann gibt es das, was früher multiple Persönlichkeitsstörung hieß
und heute Dissociative Identity Disorder (DID) heißt. Man kann sich
natürlich vorstellen, dass nach bestimmten emotionalen Verletzungen
in der Kindheit Leute mit einem extrem inkonsistenten sozialen
Kontext überhaupt nur noch umgehen können, indem sie für
verschiedene Situationen verschiedene Selbstmodelle entwickeln und
dass dieser Prozess später im Erwachsenenalter auch einmal außer
Kontrolle geraten kann.
Es gibt Ich-Störungen, eine große Klasse psychiatrischer
Störungsbilder, die mit verschiedenen veränderten Formen des
Erlebens der eigenen Identität einhergehe. Das klassische Beispiel
sind natürlich Schizophrenien. Meistens entsteht mit einem
Selbstmodell aber auch die „Perspektivität des Bewusstseins“ in Form
von bewusst erlebten Subjekt-Objekt-Beziehungen (siehe Abschnitt 6;
vgl. Nagel 1992; Metzinger 1993, 1995a, 2000b, insb. 2005a). Dieses
strukturelle Merkmal unseres Bewusstseinsraums führt dann zu einer
zeitlich ausgedehnten und nicht-begrifflichen
Erste-Person-Perspektive, und es kann selektiv verloren gehen.
Ich nenne nur zwei Beispiele: Das eine ist die vollständige
Depersonalisierung. Der Züricher Forscher Adolf Dittrich hat solche
Zustände statistisch sehr genau analyisert. Der Verlust der
phänomenalen Ich-Perspektive, begleitet von Angstzuständen und
funktionalen Defiziten, und er hat für diesen Cluster von
Eigenschaften den Begriff „angstvolle Ich-Auflösung“ gewählt. (vgl.
Dittrich 1985).
Das gibt es also. Interessant ist aber, dass es auch etwas anderes
git., nämlich den Zerfall der Erste-Person-Perspektive in mystisches
Erfahrungen und religiösen Erlebnissen. Es gibt selbstlose und
nicht-zentrierte Globalzustände, die als nicht-pathologisch und
nicht-bedrohlich erlebt und hinterher auch so von den Personen
beschrieben werden. Dittrich hat für diese Klasse von phänomenalen
Zuständen den Begriff der „ozeanischen Selbstentgrenzung“
eingeführt, und es ist klar, dass eine moderne Philosophie des
Geistes auch für solche Zustände die begrifflichen Mittel
bereitstellen muss, die es erlauben zu verstehen, worum es sich
dabei handelt.
Der vierte Schritt besteht darin, wie unser Bewusstseinsraum
funktional zentriert wird durch einen Vorgang der leiblichen
Verankerung. Das Selbstmodell, das ist meine Antwort, ist die
einzige Struktur, die im Gehirn durch eine kontinuierliche Quelle
von intern generierten Inputs verankert ist. Es gibt ein dauerhaftes
funktionales Bindeglied zwischen dem bewussten Selbstmodell und
seiner körperlichen Basis im Gehirn und im wesentlichen vier
Quellen, in denen es verankert ist:
- Input aus dem Vestibulärorgan: der Gleichgewichtssinn;
- Input aus dem festen Teil des Köperschemas: das
„Hintergrundgefühl“ im räumlichen Bild des Körpers;
- Input aus Sensoren in den Eingeweiden und Blutgefäßen:
„Bauchgefühle“;
- Input aus den oberen Hirnstamms und des Hypothalamus:
Hintergrundemotionen und „Gestimmtheiten“, verankert in der
ständigen homöostatischen Selbstregulation des Lebensprozesses
selbst.
Der fünfte Schritt besteht in der Transparenzannahme, die wir in der
zweiten Vorlesung schon kennen gelernt haben. Ein Selbstmodell ist
noch lange kein Selbst, so könnte man sagen, sondern nur eine
Repräsentation des Systems als Ganzem, eben bloß ein Systemmodell.
Die philosophische Kernfrage lautet deshalb: Wie entsteht in einem
funktional bereits zentrierten Darstellungsraum im Gehirn ein
bewusstes Selbst und das, was wir eine echte phänomenale
Erste-Person-Perspektive nennen?
Meine Hauptthese ist: Wir selbst sind Systeme, die erlebnismäßig
nicht in der Lage sind, ihr eigenes subsymbolisches Selbstmodell als
Selbstmodell zu erkennen. Deshalb operieren wir, metaphorische
gesprochen, unter den Bedingungen eines „naiv-realistischen
Selbstmissverständnisses“: Wir erleben uns selbst notwendigerweise
so, als wären wir in direktem und unmittelbarem Kontakt mit uns
selbst. Und auf diese Weise entsteht – das ist der Kern der
Selbstmodelltheorie – erstmals ein basales „Ich-Gefühl“, ein für das
betreffende System unhintergehbares phänomenales Selbst. Das, was
wir als das bewusste Selbst bezeichnen, ist der Inhalt des
transparenten Selbstmodells, das jeweils von unserem eigenen Gehirn
erzeugt wird.
Der letzte Schritt: Aus einem transparenten Modell der Welt entsteht
eine Wirklichkeit. Aus einem transparenten Modell des Systems
entsteht ein in diese Wirklichkeit eingebettetes Selbst. Wenn nun
noch eine transparente Darstellung der wechselnden Beziehungen
entsteht, die dieses Selbst im Wahrnehmen und im Handeln
vorübergehend zu Gegenständen und anderen Personen in dieser
Wirklichkeit aufbaut, dann tritt das hervor, was ich zu Beginn die
„phänomenale Erste-Person-Perspektive“ genannt habe. Eine echte
Innenperspektive entsteht genau dann, wenn das System sich für sich
selbst noch einmal als mit der Welt interagierend darstellt, diese
Darstellung aber wieder nicht als Darstellung erkennt. Es besitzt
dann ein bewusstes Modell der Intentionalitätsrelation. Sein
Bewusstseinsraum ist ein perspektivischer Raum und seine Erlebnisse
sind jetzt subjektive Erlebnisse.
Die Intentionalitätsrelation ist in der Hauptsache die
Wissensbeziehung zwischen Subjekt und Objekt: Ein geistiger Zustand
wird dadurch zu einem Träger von Wissen, dass er über sich selbst
hinaus verweist – gewissermaßen wie ein Pfeil, der aus dem Geist
eines Menschen auf einen Gegenstand in der wirklichen oder sogar in
einer möglichen Welt zeigt. Philosophen sagen dann, dass dieser
Zustand einen intentionalen Inhalt besitzt. Der Inhalt ist das,
worauf der Pfeil zeigt. Dieser Inhalt kann ein Bild, eine Aussage
oder auch ein Handlungsziel sein. Wenn viele solcher Pfeile im
Bewusstsein verfügbar sind, dann entsteht eine zeitlich ausgedehnte
Erste-Person-Perspektive (vgl. dazu auch Metzinger 2005a).
Meine Kernthese lautet: Der bewusste Mensch ist ein System, das bei
einzelnen repräsentationalen Akten die Repräsentationsbeziehung
selbst noch einmal mit-repräsentieren kann. Der Inhalt höherstufiger
Formen des Selbstbewusstseins ist nämlich immer eine Relation: das
Selbst im Moment des Erkennens (Damasio 1999: 168ff.), das Selbst im
Akt des Handelns.
Natürlich ist die Art und Weise, in der wir diese Relation subjektiv
erleben, eine stark vereinfachte Version der wirklichen Vorgänge –
gewissermaßen eine funktional adäquate Konfabulation. Die Evolution
hat auch in diesem Fall wieder eine einfache, eine elegante Lösung
favorisiert. Das virtuelle Selbst, das sich in der phänomenalen Welt
bewegt, besitzt kein Gehirn, kein Motorsystem und keine
Sinnesorgane: Teile der Umgebung erscheinen direkt in seinem Geist,
der Wahrnehmungsprozess ist anstrengungslos und unmittelbar. Auch
Körperbewegungen werden scheinbar „direkt“ ausgelöst. Solche Effekte
sind typisch für unsere Form des subjektiven Erlebens und sie sind –
als neurokomputationale Strategie betrachtet – die Vorteile einer
benutzerfreundlichen Oberfläche. Das, was wir eben als „Transparenz“
kennen gelernt haben, ist eine Art, die Geschlossenheit dieser
multimodalen, hochdimensionalen Oberfläche zu beschreiben. Das
phänomenale Selbst ist der Teil dieser Oberfläche, der Mauszeiger,
den das System benutzt, um sich selbst als ein Ganzes zu fühlen, um
sich für sich selbst als erkennendes Ich darzustellen und um sich
selbst als Agenten zu begreifen. Dieser virtuelle Agent „sieht mit
den Augen“ und „handelt mit den Händen“. Er weiß nicht, dass er
einen visuellen Cortex besitzt, und genauso wenig, dass er einen
motorischen Cortex besitzt. Er ist das Interface, welches das System
benutzt, um sich seine eigene Hardware funktional anzueignen, um
autonom zu werden. Die intentionalen Pfeile, die diesen Agenten mit
Gegenständen und anderen Selbsten innerhalb des gerade aktiven
Wirklichkeitsmodells verbinden, sind bewusste Repräsentationen von
vorübergehend auftretenden Subjekt-Objekt-Beziehungen – und auch sie
können erlebnismäßig nicht als Repräsentationsprozesse erkannt
werden.
Jetzt jubeln die Freunde des Esoterik-Buchladens: „Das haben wir
doch immer gesagt, die Hirnforschung und die moderne Philosophie des
Geistes zeigen, dass das Ich eine Illusion ist.“ Das ist leider
falsch. Meine These ist gerade, dass es weder ein Selbst gibt, noch
dass das Selbst eine Illusion ist. Wir brauchen heute für das, was
wir wissen und erklären wollen in der Hirnforschung und in der
wissenschaftlichen Psychologie des Selbstbewusstseins die Annahme
eines Selbst oder die Annahme einer Seele nicht mehr. Sie spielt
keine Erklärungsrolle. Alles, was man früher durch die Annahme eines
Selbst oder einer Seele sagen konnte, kann man jetzt mit dem Begriff
eines transparenten Selbstmodells sagen. Das bedeutet aber nicht,
dass die Inhalte unseres Selbstbewusstseins nur eine Illusion sind.
Erstens sind sie Resultat eines biologischen Optimierungsvorgangs
und sie können nicht ganz falsch sein. Zweitens ist es aber so, dass
die Beschreibungsebene, auf der wir uns bewegen, die Ebene des
phänomenalen Selbstbewusstseins, überhaupt noch nicht die ist, auf
der es Wissen und Täuschung gibt. Das ist gerade erst die Bedingung
der Möglichkeit dafür, dass später ein epistemisches Subjekt
entsteht, das sich über etwas täuschen kann. Das phänomenale
Selbstmodell ist einfach ein Ergebnis eines ich-freien Vorgangs,
nämlich der dynamischen Selbstorganisation repräsentationaler
Strukturen im menschlichen Gehirn.
Es ist also weder ein „kleines Männchen“ im Kopf, ein Homunkulus,
noch ein böser Dämon, der uns eine Täuschung vorspiegelt auf der
Ebene des bewussten Erlebens und auch auf der Ebene der
Neurobiologie ist es weder Wissen noch Illusion. Es ist einfach das,
was es ist.
Ende der Vortragsreihe I - III
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