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.Mit
Blick auf die Welt
nähern wir uns schritt um schritt
dem UrBildhaften
(c) 2005/2006
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kultur-punkt
wünscht allen Freunden und Interessierten zum Jahreswechsel alles
Gesunderhaltende, Gute und Schöne
Haiku nach "Du sollst dir kein Gottesbildnis machen": Gerhard Adler
Man kann die Kulturgeschichte unter dem Aspekt der Spannung lesen, die
zwischen Bilderfreunden und Bilderfeinden bestanden hat und besteht.
Judentum, Islam und Calvinismus bekennen sich noch immer zum Ikonoklasmus:
Reformierte Kirchen sind kahl, Moscheen und Synagogen enthalten nur
ornamentalen Schmuck, Tora und Koran sind bilderlos. Orthodoxie und
Katholizismus dagegen feiern das Heilige in einer Fülle von Bildern, sie
verehren in ihnen das Urbild, das auf den Bildern zur Darstellung kommt:
Christus, seine Mutter, die Engel und Heiligen. Doch wie rechtfertigen sie
dies vor dem Verbot des Dekalogs, der doch eindeutig zu sein scheint, wenn
es da heißt: "Du sollst dir kein Gottesbildnis machen, das irgend etwas
darstellt am Himmel droben, auf der Erde unten oder im Wasser unter der
Erde" (Dtn 5, 8)? Das Bilderverbot hat eine verworrene Geschichte, die vom
Zweiten Gebot bis in unsere Tage reicht, und es bleibt ein
Unterscheidungsmerkmal im clash of civilizations. Das Radioessay versucht
eine Schneise durch dieses religiös-ideologische Dickicht zu schlagen. Nicht
ein akademisches Randthema steht zur Debatte, es geht um nichts Geringeres
als um die Gottesfrage selbst.
Montag, 12. Dezember 2005 um 21.03 Uhr; SWR2 RadioART
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