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Online-Publikation:
Dezember 2008 im Internet-Journal <<kultur-punkt.ch>>
Ereignis-, Ausstellungs-, AV- und Buchbesprechung
<< Georg Simmel "Philosophische Kultur". Mit einem Text von
Jürgen Habermas. >>
1.152 Seiten. Broschur. GP. Nr. 106534. 7,99 €.
www.zweitausendeins.de; 2008;
Angela.Tieger@geonet.de
Inhalt
In seinem zeitdiagnostischen Hauptwerk, der "Philosophie des
Geldes", das "als Kulturtheorie des voll entfalteten Kapitalismus
die Arbeiten Max Webers in den Schatten stellt" (FAZ), fragt Simmel,
was die moderne Geldwirtschaft aus den Menschen gemacht hat und wie
durch sie die Gesellschaft verändert wurde. Den positiven Aspekten
wie der Überwindung des Feudalismus und der Entwicklung moderner
Demokratien steht der wachsende Einfluss des Geldes gegenüber: Geld,
das ursprünglich nur den Handel erleichtern sollte, beginnt sich zu
verselbstständigen. Geld wird Gott: Die Gebäude von Banken werden
größer und prächtiger als Kirchen und beherrschen den Mittelpunkt
der Städte. Sogar das Selbstwertgefühl des Menschen und seine
Einstellungen zum Leben werden vom Geld dominiert. Und doch besitzt
der Mensch, die Freiheit, nach Dimensionen zu streben, die größer
sind als Geld.
Autor
Georg Simmel (1858-1918) war der Star unter den deutschen
Philosophen seiner Zeit. Er veröffentlichte zahllose Aufsätze und
sechs viel beachtete Bücher und hatte entscheidenden Einfluss auf
das entstehende Fach der Soziologie. Tout Berlin besuchte seine
Vorlesungen, über die auch regelmäßig Berichte in der Tagespresse zu
lesen waren. Missgünstige (und antisemitisch eingestellte) Kollegen
torpedierten immer wieder seine akademische Karriere. Es erregte
auch ihr Misstrauen, dass Simmel seine luziden philosophischen und
soziologischen Einsichten mit schriftstellerischer Eleganz zu
formulieren wusste. Simmels Blick auf die Welt und sein
essayistischer Stil prägten die Philosophen, Soziologen und
Schriftsteller der beginnenden Moderne. Ohne Simmel hätten Kurt
Tucholsky, Siegfried Kracauer, Ernst Bloch, Walter Benjamin und
Theodor W. Adorno anders gedacht und geschrieben.
Fazit
Georg Simmels klassisches Hauptwerk "Philosophische Kultur" fragt,
was Geld in unseren Leben anrichtet. Weitere Schriften zur Kultur
und Philosophie des Geldes, zu Großstädten und Geistesleben, zum
Relativen und Absoluten, sowie zum Geschlechter-Problem, der
Koketterie, zum Gottesbegriff und zur Tragödie der Kultur... Dieses
Buch von Simmel eröffnet die Möglichkeit die Struktur des Lebens in
der Gemeinschaft zu klären und sich geistig gesichert aktiv daran zu
beteiligen. Das Lehrbuch für psychosozial denkende Individualisten. |