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Online-Publikation: Mai 2010 im
Internet-Journal <<kultur-punkt.ch>>
Ereignis-, Ausstellungs-, AV- und Buchbesprechung
<< Demirovic, Alex; Kaindl, Christina; Krovoza, Alfred (Hrsg.):
Das Subjekt - zwischen Krise und Emanzipation - Im Auftrag der
Assoziation für kritische Gesellschaftsforschung in Zusammenarbeit
mit der Loccumer Initiative >>
176 S., Paperback; ISBN: 978-3-89691-771-3; € 15,90
Verlag Westfälisches Dampfboot, Münster;
www.dampfboot-verlag.de;
Inhalt
Was bleibt vom Subjekt in gegenwärtigen Gesellschaften? Wird es doch
in vielfacher Weise in neue kapitalistische Verhältnisse eingepasst,
unterworfen und reorganisiert. Als unternehmerisches,
digitalisiertes, rassifiziertes, medialisiertes, flexibilisiertes,
prekarisiertes Individuum scheint es zu erodieren, zu verschwinden
oder sich in multiple Elemente aufzulösen. Gleichzeitig aber wird
ein Anwachsen von Autonomieansprüchen beobachtet. Kann das Subjekt
also überhaupt noch Ausgangs- und Zielpunkt
politisch-emanzipatorischen Handelns sein? Finden sich in ihm noch
Potenziale für Freiheit? Und können Psychoanalyse, Kritische
Psychologie, Gouvernementalitätsstudien oder anthropologische
Ansätze diese Veränderung in der inneren Organisation des
Individuums überhaupt noch fassen – oder müssen sie selbst
historisiert werden?
Die AutorInnen aus der Assoziation für kritische
Gesellschaftsforschung und der Loccumer Initiative diskutieren
anhand dieser Fragen die Paradoxie der aktuellen Situation, in der
die vielen Beobachtungen zur Wandlung von Subjektivität kaum noch
der Entwicklung und der Funktion von Subjektivität selbst
entsprechen.
Autorenteam
Alex Demirovic,
geb. 1952, lehrt zzt. politische Theorie an der Technischen
Universität Berlin, Mitglied der Redaktion der PROKLA.
Arbeitsschwerpunkte: Demokratie- und Staatstheorie, kritische
Theorie der Gesellschaft, Intellektuelle, Bildung und Wissen. Neuere
Veröffentlichungen: Nicos Poulantzas. Aktualität und Probleme
materialistischer Staatstheorie, Münster 2007; Demokratie in der
Wirtschaft. Positionen – Probleme – Perspektiven, Münster 2007.
Christina Kaindl,
geb. 1971, Diplom-Psychologin, promoviert an der FU Berlin zu
Neoliberalismus und Rechtsextremismus. Lehrbeauftragte der FH
Stendal, Mitglied der Redaktion „Das Argument” und freie
Mitarbeiterin der Rosa Luxemburg Stiftung. Arbeitsschwerpunkte:
Kritische Psychologie, Rechtsextremismus, Produktions- und
Lebensweisen, Emotionen, Subjekttheorien.
Herausgeber Alfred Krovoza,
Dr. phil., apl. Prof., Hochschuldozent an der Leibniz-Universität
Hannover, Institut für Soziologie und Sozialpsychologie.
Arbeitsgebiete: analytische Sozialpsychologie, Politische
Psychologie und Anwendungen der Psychoanalyse.
Fazit
Einem dreifachen Ziel ist das Autorenteam verpflichtet: Zunächst
einem zeitdiagnostisches (den Entwicklungen nachzugehen), zweitens
ein theoretisch-methodisches (Anätze und Reichweite mit Blick auf
Handlungspotentiale), drittens die metatheoretische Frage in welchem
Masse, und welcher Weise die Begriffe für die Analyse des Subjektes
heute noch von Bedeutung sind. Schlussfolgerung: Der Konflikt
zwischen der Methode der Isolierung der Individuen an EINE Identität
zu binden oder andererseits diese zu vergesellschaften wird durch
eine neoliberale Herrschaftsstrategie nicht pazifiziert (Demirovic),
ist kein Grund zum Optimismus, abe eben auch keiner zum Pessimismus.
Hoffe ich auch. w.p.10-5
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