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Online-Publikation: April 2010 im Internet-Journal
<<kultur-punkt.ch>>
Ereignis-, Ausstellungs-, AV- und Buchbesprechung
<< Tillmann Löhr : Schutz statt Abwehr . Für ein Europa des Asyls
>>
Politik bei Wagenbach. Originalausgabe. Politik [628]. 2010, 96
Seiten; ISBN 978-3-8031-2628-3; 9,90 € / 18,10 SFr / 10,20 € [A]
Verlag Klaus Wagenbach, Berlin;
www.wagenbach.de
Inhalt
Jeder Flüchtling hat das Recht, in der Europäischen Union Hilfe und
Schutz vor Verfolgung zu erhalten. Soweit die Theorie der Genfer
Flüchtlingskonvention. Doch in der Praxis geht es Regierungen eher
darum, die Zahl der Asylbewerber möglichst gering zu halten. Abwehr
statt Schutz ist die Devise. Europas Grenzen sind kaum noch zu
erreichen. Wer es trotz FrontexPatrouillen und VisaBestimmungen
schafft, muss sich in abweisenden Verfahren und unter
abschreckenden, oft unmenschlichen Aufnahmebedingungen behaupten.
Hinzu kommen die Notlagen hunderttausender Migranten, die als
Geduldete in ständiger Angst vor der Abschiebung oder ganz ohne
Aufenthaltspapiere im Verborgenen leben.
Tillmann Löhr gibt einen längst notwendigen Überblick über die
Geschichte und Gegenwart der Flüchtlingspolitik. Der Autor zeigt
realistische, schnelle Verbesserungsmöglichkeiten auf: Die Staaten
der EU sollen sichere und legale Wege nach Europa eröffnen, dürfen
Bootsflüchtlinge nicht länger auf Hoher See zurückschicken und
müssen zu fairen und europaweit vergleichbaren
Gerichtsentscheidungen kommen, auch für Menschen ohne
Aufenthaltspapiere.
Autor
Tillmann Löhr, geboren 1975 in Hamburg, ist Fraktionsreferent im
Deutschen Bundestag. Während des juristischen Referendariats
arbeitete er unter anderem beim Flüchtlingshochkommissariat der
Vereinten Nationen, bevor er anschließend als wissenschaftlicher
Mitarbeiter an der Universität Frankfurt am Main über
Kinderflüchtlinge promovierte.
Fazit
Tillmann Löhr stellt in seiner Diskursschrift mit Bravour und
visionärem Realitätssinn die essentielle Forderung " Schutz statt
Abwehr . Für ein Europa des Asyls".
Hinter all diesen Abwehrmassnahmen lässt sich der permanente
Rassismus gegen das Fremde und die archaische Angst gegen die
zahlenmässige Überzahl der "Eindringlinge" erkennen, aller jener,
die das unerreichbare national-chauvinistische Kulturleitbild
zugrunde gehen zu sehen. Dagegen hält Löhr mit Recht :" Ein Europa
des Asyls ist nur zu erreichen, wenn nicht nur die vermeintlichen
Nöte (Mistrauen, Abwehrreflexionen) ...der Aufnahmestaaten und ihrer
Steuerzahler.. vor allem .. die Nöte der Flüchtlinge Gehör finden...
und was längst verschüttet zu sein
scheint: EMPATHIE" Einfühlungsvermögen und Kooperation auf dem
Krüppelweg zu einer buntgemischten Weltbürgergesellschaft mit
Kulturvielfalt für unser aller Überleben, vielleicht gelingt das.
Jedenfalls ein Bravo für Löhr's These. w.p.10-4
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