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Online-Publikation: August 2008 im Internet-Journal <<kultur-punkt.ch>>
Ereignis-, Ausstellungs-, AV- und Buchbesprechung
<< Tatjana Freytag : Der unternommene Mensch .
Eindimensionalisierungsprozesse in der gegenwärtigen Gesellschaft
>>
208 Seiten, broschiert, ISBN 978-3-938808-44-3 ; EUR(D) 24,90 / sFr
47,50
Velbrück GmbH Bücher & Medien, D-53919 Weilerswist-Metternich 2008;
www.velbrueck.de;
Inhalt
In der vorliegenden Arbeit geht es darum, anhand eines zentralen
Kritikbegriffes der Kritischen Theorie, nämlich dem der
Eindimensionalität, exemplarisch aufzuzeigen, wie aktuell und
prägnant sie in ihren Analysen und Begriffen ist. Eindimensionalität
heute kommt zwar nicht mehr so zustande, wie es Herbert Marcuse
seinerzeit in Der eindimensionale Mensch erklärt hatte. Ihre
Physiognomik hat sich verändert, aber bestimmte Merkmale, die
Marcuse analysierte, haben sich im Zuge des global gewordenen
Kapitalismus’ wirkmächtiger denn je manifestiert.
Autorin
Dr. phil. Tatjana Freytag, 1972*, studierte Soziologie, Philosophie
und Pädagogik, derzeit Mitarbeit am Institur für Allgemeine
Erziehungswissenschaft Stiftung Uni-Hildesheim.
Fazit
Wir erleben die das Lesen ermüdende, angestrengt-theoretische
Frankfurter Schule* erfrischend neu ... dank der
wissenschaftlich-klar-verständlichen Frauensprache, die
angelsächsische Tradition hat, wie hier: Tatjana Freytag mit ihrem
hervorragenden, analytischen Diskursbuch " Der unternommene Mensch "
in dem sie Eindimensionalisierungsprozesse in der gegenwärtigen
Gesellschaft dar- und klarstellt.
Ihr in zwei Teile gegliederte Analyse klärt den Begriff in
Teil 1 von Eindimensionalität ( ihre Geschichte und Struktur, ihren
Verlust des Negativen (b. Marcuse) und das Altern der Kritik).
Im Teil 2 wird die aktuelle Physiognomie von Eindimensionalität in
drei Ebenen analysiert:
-sozial: durch bewusste Widersprüche..,
sozialpolitischen Umbau schreitet die Einschnürung des Sozialen
voran...
-politisch: durch Individualisierung ..Identitätsvernebelung und
subjektiver Funktionalität entfaltet sich eine Paralyse der
Kritik...
-bildend: durch Einrichtung einer "enterprise culture",
Arbeitgeberverbände, Standardisierung (Bologna-Prozess), wobei nur
Messbarkeit und Lehr-/Lern-Effizienz gelten, führen zu Quoten-Wettbewerb,
Spaltung der und vermehrter Ausgrenzung in der Gesellschaft.
Schliesslich nimmt Freytag die Vielfalt in einer Dimension ins
Visier: Die Macht des Faktischen, den Standard und die Norm, die
Liquidierung der Kritik, die Identität und Individualisierung.
Sie kommt zum Schluss: "Dort, wo keine wahrhaftige Kritik mehr
gefragt ist... dort wo Alternativen nicht mehr denkbar sind...dort
wo Phantasien verdrängt und Utopien verlacht (auch unter den
neoliberalen Informationsbergen bewusst versteckt werden, w.p.)
werden, wo kein Widerspruch sich ...mehr regt, waltet das
Immergleiche, perpetuiert sich gesellschaftliche Statik, der
Stillstand potenzieller Emanzipation ins menschliche Verderben"
führt konsequent zum "unternommenen Menschen". w.p.
*) Kreis von Sozial- und Kulturwissenschaftlern >1930 Frankfurt
>1933-34 Genf>New York>1950 > bis heute - ein wohlmeinender
gesellschaftskritisch-pädgogisierender Neomarxismus mit einer
verklausulierten Fachsprache (< w.p.) und ihre Vertreter: Horkheimer,
Adorno, Benjamin, Marcuse, Fromm.. mit der jüngeren Generation:
Habermas, A. Schmidt ... T. Freytag...
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