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Online-Publikation: März 2010 im Internet-Journal <<kultur-punkt>>
Ereignis-, Ausstellungs-, AV- und Buchbesprechung
<< Über die Seele . Herausgegeben von Katja Crone, Robert Schnepf
und Jürgen Stolzenberg >>
stw 1916, Broschur, 479 Seiten; ISBN: 978-3-518-29516-8; D: 16,00 €
A: 16,50 € CH: 28,40 sFr
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main > Berlin, 2010;
www.suhrkamp.de
Inhalt
Die philosophische Frage nach der Seele gehört zu den ältesten und
zugleich aktuellsten Themen der Philosophie. Bis heute ist
keineswegs geklärt, was das Seelische bzw. Geistige ausmacht und wie
es sich zum Physischen verhält. Dies belegen die gegenwärtigen
Kontroversen zwischen Neurowissenschaft und Philosophie über
menschliche Willensfreiheit.
Der Band präsentiert die wirkungsmächtigsten Positionen zum Begriff
der Seele von der Antike bis zur Neuzeit und diskutiert darüber
hinaus aktuelle Problemlagen der Bewußtseinsphilosophie. Alle
Beiträge stammen von international renommierten Spezialisten,
richten sich aber dezidiert an ein breiteres Publikum. So bietet der
Band zugleich einen Beitrag zur aktuellen Debatte um Geist und
Gehirn und eine fundierte Einführung in das Thema.
Fazit
Die überaus behutsam vorgegangenen HerausgeberInnen Katja Crone,
Robert Schnepf und Jürgen Stolzenberg gliedern ihr Diskursbuch "Über
die Seele" in die drei Diskursfelder "Funktionen der Seele in Antike
und Mittelalter", "Transformationen des Seelenbegriffs in Neuzeit
und Moderne" und in "Seele, Geist und Bewusstsein in der aktuellen
Diskussion". Eingangs wird der Begriff "Seele" überzeugend als Mitte
der Philosophie Platons definiert - sie als Fluchtort vor möglicher
Verfolgung mithilfe seiner Politea nutzt, w.p. - und als
ontologische Konstitution und Umwandlung / Aufstieg zum göttlichen
Ideenbereich benennt, selezdk.
Im Haupteil schliesslich wird auf Freuds
Theorie seelischer Komplexität eingegangen, der inneren und äusseren
Fremdheit, die zwischen Animismus und Unsterblichkeit pendelt, Hampe.
Im dritten Teil wird die Seele als natürliche Instanz der Freiheit
betrachtet, Meixner; rätselfrei bei Pauen; hinzu kommt aber der
Begriff der Willensschwäche einer Person/Seele
(weder wahr noch falsch ist, dass die
von ihr unterlassenen Mittel das beabsichtigte Ziel
unterminieren), die so im Fokus auf den Gehalt von Absichten - Ziele
und Mittel - nicht immer in einer streng logischen Beziehung stehen,
Betzler; abschliessend wird klar zu stellen versucht, dass die Rede
vom Ich und dem Selbst sprachwidrig und philosophisch höchst
problematisch ist (wie wir uns selbst
erfinden, Siefer/Weber), Beckermann: "Kurz. Die Rede von dem Ich
oder dem Selbst muss aufhören, ist sprachwidrig, sie erzeugt auch
Schein-Probleme, wo es in Wirklichkeit gar keine gibt". Diesem
hochinteressantem Diskurs über die Seele ist zuzustimmen. w.p.10-3
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