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Online-Publikation: Oktober 2011 im
Internet-Journal <<kultur-punkt.ch>>
Ereignis-, Ausstellungs-, AV- und Buchbesprechung
<< reflexe 15 - Arnold Künzli : Tradition und Revolution .
Plädoyer für einen nachmarxistischen Sozialismus . Mit einem
Nachwort von Ueli Mäder >>
202 Seiten. Broschiert. ISBN 978-3-7965-2768-5 ; sFr. 19.50 / € (D)
13.80 / € (A) 14.50
Schwabe Verlag (reflexe), Basel;
www.schwabe.ch;
Christoph Merian Stiftung,
www.merianverlag.ch;
Inhalt
Pressestimme «Kritik ist nur so weit wirklich kritisch, als sie auch
sich selbst gegenüber kritisch bleibt.»
Der Triumph des Fortschritts von Technik und Wissen hat zu keiner
Revolution des Selbstbewusstseins geführt. «Die Amerikaner», schrieb
Arnold Künzli, «können zwar auf dem Mond spazieren gehen, aber nicht
einmal mehr am hellen Tag im Central Park von New York.» Vor dem
Hintergrund sich verschärfender Probleme auf der Erde nimmt sich die
Mondfahrt wie die Wirklichkeitsflucht eines Neurotikers aus. Der
Glaube an die erlösende Kraft des Fortschritts erhielt im Zeitalter
der Aufklärung religiöse Dignität. Zur Dialektik des Fortschritts
gehört die Negation, die den Fortschritt wieder aufhebt. Wir wissen
nicht, welchen Preis kommende Generationen für unseren Fortschritt
bezahlen müssen. Wir brauchen eine Aufklärung der Aufklärung über
sich selbst. Das ist eine Aufklärung, die um ihre eigene Dialektik
weiss. Im Sinne einer Emanzipation der Emanzipateure hinterfragt sie
auch die Marx’sche Dialektik. Ein mündiger Sozialismus versteht sich
als selbstreflexive Gesellschaftstheorie einer Praxis radikaler
Demokratisierung. Und Revolution bedeutet keine Absage an alle
Tradition. Sie nimmt selektiv auf, was sich bewährt.
Die neue geisteswissenschaftliche Reihe im Schwabe Verlag Basel
Geistreich sein: Neues entdecken, Aktuelles verstehen.
• Originalpublikationen zu aktuellen Themen der Gesellschaft
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Der Autor
Arnold Künzli, geb. 1919 in Zürich, verbrachte seine Kindheit und
ersten Schuljahre in Zagreb. Er studierte von 1938 bis 1945
Philosophie, Germanistik und Romanistik an der Universität Zürich.
1947 erschien in Zürich seine Dissertation über die Angst des
modernen Menschen (am Beispiel Sören Kierkegaards). Anschliessend
arbeitete er als Auslandskorrespondent in Rom, London und Bonn
(1946–1955), dann als Redakteur in Basel (1956–1962). 1964
habilitierte er sich mit einer Arbeit über Marx an der Universität
Basel in Philosophie der Politik. Diese Disziplin vertrat er bis
1971 als Privatdozent und bis 1984 als ausserordentlicher Professor.
Er starb nach reichhaltiger publizistischer Tätigkeit 2008 in
Bremgarten bei Bern.
Fazit
Ueli Mäder sagt es in seinem Nachwort klar und kompetent: "Arnold
Künzli hat die Modeströmungen der Philosophie nicht mitgemacht,
sondern reflektiert." Er bezieht sich auf Schrift "Tradition und
Revolution . Plädoyer für einen nachmarxistischen Sozialismus ". Und
zitiert dazu Bertold Brecht: Weise am Weisen ist die Haltung. Was
auch für Künzli zutrifft. Es geht ihm um Partizipation in der
Revolte, (partei-)politische Philosphie als Individualideologie,
marxistische Ethik und sozialistische Moral, das Anarchische in
einer föderalen Friedensordnung und das Konservative in seiner
Philosophietraditon.
Verweilen wir beim Anarchischen, da es wieder hochaktuell erscheint,
und nur den Linken medial und bürger-parteilich aufoktroiert wird: "
Das sozial-utopische und innerweltlich-eschatologische Denken und
Spekulieren klammert sich fast immer an das Prinzip ...dass ... alle
Übel der bestehenden Welt eine Folge eines einzigen fundamentalen
Grundfehlers seien. Künzli folgert richtig mit: Nun meint aber
Anarchismus ... nur Herrschaftslosigkeit /Akratie. Keineswegs
Unordnung und Chaos. Es geht um herrschaftslose Ordnung:
Selbstverwaltung samt Föderalismus als oberstes Prinzip. Hier
entsteht ein Crossover zwischen der Herrschaftslosigkeit der
Anarchisten* und dem föderalistischen Modell der liberalen
Philosophen. ... Es entbirgt sich beim Lesen der Schrift ein
spannender und hochaktueller Diskurs zwischen einer anarchischen
Friedensordnung und dem Modell einer förderalen Selbstverwaltung. In
Richtung Eidgenossenschaft "au future".
Warum nicht ? m+w.p11-11
*)
http://deu.anarchopedia.org/Proudhonismus
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