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W+B Agentur-Presseaussendung Januar 2008
Buchbesprechung
<<Alain Badiou: Dritter Entwurf eines Manifests für den
Affirmationismus>>
IMD 303 ca. 48 Seiten ca. 04,80 Euro ISBN 978-3-88396-237-5
Herausgegeben von Frank Ruda und Jan Völker. Übersetzt von Ronald
Voullié.
Merve Verlag Berlin 2007 ;
www.merve.de;
Inhalt
Den gängigen Erzählungen vom Ende der Kunst, vom Ende des Werkes,
vom
Ende der Repräsentation und vom Ende der Metaphysik setzt Alain
Badiou
die Skizze eines Manifestes entgegen, das mit diesen selbst Schluss
zu
machen sucht. Gegen die „postmoderne“ Kunst, die aus sich jeglichen
Bezug
auf ein Universales ausstreicht und sich in der Darstellung von
partikularen
Begehren und endlichen Körpern ergeht, setzt die Affirmation an, um
die
Kunst wieder als möglichen Ort überzeitlicher Wahrheiten zu
behaupten.
Damit geht eine Neubestimmung der Kunst einher, die den Begriff des
Werkes, des Subjekts und der Schönheit erneut in sie einträgt und,
gegen
jede Rückkehr romantischer Formalismen, Kunst als proletarischen
Aristokratismus
zu denken versucht: als privilegierte Stätte einer Wahrheit, die
sich an alle richtet.
Autor
Alain Badiou, Philosoph, lehrt an der École Normale Supérieure sowie
am
Collège International de Philosophie in Paris.
Der Verlag
schlägt vor: lesen = gut, verkaufen = ok., und rezensieren =
sehr gut. So ein Verlag ist lobenswert, weil er die schöpferische
Kraft aller Beteiligen nicht in die Garderobe der Zeit hängt,
vielmehr sie stimuliert. Bravo. Im Gegenwurf zu Badiou.
Fazit
Alain Badiou führt in seinem " Dritter Entwurf eines Manifests für
den Affirmationismus* " also zur Bejahung
* zu Felde indem er in seiner Kernaussage
feststellt: „Wir müssen und können folglich erklären, dass es in der
Kunst etwas gibt, was in dem armseligen
Jahrhundert, das gerade beginnt, nicht mehr vorhanden ist: die
monumentale Konstruktion, das Projekt, die schöpferische Kraft
der Schwachen und die Absetzung von etablierten Mächten. Wir müssen
uns gegen alle wehren, die nur zu einem Ende kommen wollen, gegen
die Kohorte der letzten Menschen, die erschöpft und parasitär sind,
gegen ihre widerliche »Bescheidenheit«.“
Dabei fällt auf:
1. Die Betonung der " monumentale Konstruktion" weist aber gerade
auf die Verneinung der schöpferischen Kraft hin, weil ihn ihr
mehrheitlich die paranoide Egomanie der wesentlich Macht-Beteiligten
/ EntscheidungsträgerInnen immanent wird und die Rezipienten
an den Rand, als Gaffer löhnt, jedenfalls
nicht zur Kreativität vielmehr zur Einschüchterung, ja zum
ohnmächtigen Versagen anregt....
2. Die Rede " gegen die Kohorte der letzten Menschen, die erschöpft
und parasitär sind, gegen ihre widerliche »Bescheidenheit" ist
nichts anderes sich selbst als Zuhälter der Obrigen zu betätigen, um
die geknechtete Existenz der Letzten, Ausgegrenzten im Sinne der
Machthaber zynisch als "widerlich" zu markieren... ohne zu
recherchieren, dass diese »Bescheidenheit" längst zur Resignation
der Gefesselten in Platons Höhle gleicht, in der untersten Ebene,
und ohne ihnen zu Hilfe zu sein...
http://www.kultur-punkt.ch/akademie4/denkbilder/hohlengleichnis1.jpg;
http://www.kultur-punkt.ch/akademie4/
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