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Zur Gerechtigkeit in der Polis:
Die Seele kann als ein dreifach sich Manifestierendes aufgefasst werden:
Auf universeller, politischer und individueller Ebene.
Dahinter steckt die Analogiegleichheit der Ordnungen, die wegen ihrer
strukturellen Übereinstimmung als Ausformung einer einheitlichen Grundstruktur
begriffen werden können.
So enthält die Seele des Einzelnen (Seele I) in sich die Proportionen, die
auch in der Weltordnung (Seele III) wirksam sind.
Die Struktur des Makrokosmos bestimmt dabei diejenige des Mikrokosmos.
Die Philosophenpolis (Seele II) ihrerseits ist das Vorbild jeder bestehenden
Staatsverfassung, die sich um Gerechtigkeit bemüht. Gerechtigkeit in der Polis
ist dasjenige Prinzip, dass jeder gemäss seinen ihm eigentümlichen Anlagen das
Seine tue, das sich als Prinzip der Arbeitsteilung offenbart und zur
Gliederung der Polis in drei Stände führt. Diese drei Stände sind keine
Kasten; die Gesellschaft kann nur bestehen, wenn die Grenzen zwischen den
Ständen durchlässig sind. Ihr ist es zu verdanken, dass jeder Stand das Seine
tut.
Wenn beim Individuum (Seele I) jeder Seelenteil das Seine tut, realisiert sich
die Gerechtigkeit im Menschen. Durch die philosophisch gelenkte Erziehung soll
eine Harmonie zwischen den Anlagen erzielt werden.
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