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Online-Publikation: September 2008 im
Internet-Journal <<kultur-punkt.ch>>
Ereignis-, Ausstellungs-, AV- und Buchbesprechung
<< Werner Bramke: Die Krise der Demokratie >>
272 S., Format 13,5 x 21,5 cm, Festeinband mit Schutzumschlag, EUR
18,– / sFr 32,50, ISBN 978-3-936618-91-4
Verlag Faber und Faber, Leipzig 2006;
www.faberundfaber.de
Inhalt
Die Bundesrepublik Deutschland ist oft als eine der stabilsten
Demokratien Europas bezeichnet worden. Aber es mehrt sich die
Kritik, das lange funktionierende parlamentarische System würde den
Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft kaum noch gerecht
werden. Die Übermacht der Wirtschaft über die Politik, der
Bedeutungsverlust der Parlamente, die Schwerfälligkeit des
Förderalismus und sinkende Teilnahme der Bürger am politischen
Geschehen werden aus der Sicht vieler Kritiker signalisiert.
Werner Bramke, der in zwei Wahlperioden als parteiloser Abgeordneter
der PDS-Fraktion dem Sächsischen Landtag angehörte, geht den Mühen
der Abgeordneten aus der Sicht eines Oppositionspolitikers nach. Er
beleuchtet besonders die Wirtschafts- und Wissenschaftspolitik, das
Verhältnis von Medien und Politik, die Indienstnahme der Geschichte
durch Politiker, den Umgang mit der MfS-Vergangenheit und das
Verhältnis von Ost und West.
Von Erlebnissen und Erfahrungen im vermeintlichen ostdeutschen
Musterland ausgehend, setzt sich der Autor mit generellen Problemen
der Demokratie in Deutschland auseinander. Er konstatiert die
Ohnmacht der Parlamentarier und sieht uns einer Krise der
parlamentarischen Demokratie entgegensteuern.
Autor
Werner Bramke, geboren 1938, Historiker und von 1979 bis 2003
Professor an der Leipziger Universität, zeitweise Direktor der
dortigen Sektion Geschichte. Mehrere Gastprofessuren, von 1994 bis
2003 Mitglied des Sächsischen Landtags und Vorsitzender des
Ausschusses für Wissenschaft und Hochschulen, Kultur und Medien.
Wichtige Veröffentlichungen: Region und Regionalität in der
Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts (1995); Freiräume und Grenzen
eines Historikers (1998)
Fazit
Werner Bramke folgert in seinem Diskursbuch " Die Krise der
Demokratie " in dem er sich intensiv mit der ostdeutschen
Landespolitik im Alltag auseinandersetzt " Das Beispiel der
skandinavischen Länder zeigt aber den Ausweg aus diesem Dilemma
(Wirtschaftsbosse zusammen mit Politikern konterkarieren
Gewerkschaften und kollektive Intellektuelle; Hickel, Eppler,
Bourdieu) ..nämlich ..."durch soziale Dienstleistungen in der Regie
des Staates... die gesicherte Kaufkraft fördert die
Binnennachfrage.. weil in diesen Ländern die Ressorts wie Arbeit,
Bildung und Familie ..als Teil einer komplexen (und kompetenten)
Gesellschaftspolitik - in einem pragmatischen Gesellschaftsvertrag -
behandelt werden. Ein herausragendes Diskursbuch
zur aktuellen Lage. |