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W+B Agentur-Presseaussendung
Februar 2008
Buchbesprechung
<< Peter Sloterdijk: Der ästhetische Imperativ - Schriften zur
Kunst >>
Herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Peter Weibel
Fundus Band 166
522 Seiten, Gebunden mit Lesebändchen; ISBN: 978-3-86572-629-2; EUR
25,00
EVA Europäische Verlagsanstalt, Hamburg, 2007;
http://www.europaeische-verlagsanstalt.de
http://philo.juni.com/philo; www.philo-philofinearts.de;
Inhalt
Schriften von Peter Sloterdijk wecken stets höchste Erwartungen,
weil die elaborierte Sprache des Autors sowie seine Kunst des
Positions- und Perspektivenwechsels oft ebenso überraschende wie
überzeugende Einsichten und Durchsichten eröffnen. Umso mehr darf
der Leser von der hier erstmals vorgelegten Auswahl von Sloterdijks
Schriften zur Kunst Außergewöhnliches erwarten.
Indem Sloterdijk die ihm eigene Methode der Diskursverfremdung auf
die Betrachtung von Kunstwerken und -gattungen ausweitet, erscheinen
die neu beschriebenen Objekte unter einem jäh veränderten Licht. Die
Grenzen zwischen Philosophie und Literatur, Argumentation und
Erzählung werden verflüssigt; auch die Kunstobjekte selbst scheinen
in Bewegung zu geraten. Unter Sloterdijks Blick wandeln sich
bekannte ästhetische Phänomene zu Quellen von Überraschung.
Durch ihre Rekontextualisierung gewinnen sie eine zweite Existenz.
Wie unbekannte Wesen treten die Gegenstände seiner theoretischen
Prosa vor den Leser; zugleich zeigen sie sich in einer Nähe und
Vertrautheit, wie nur ein neuer Blick sie gewähren kann. In seinen
Erkundungen berührt Sloterdijk alle klassischen und modernen
Gattungen der Künste, von der Architektur bis zur Musik, von der
Malerei zum Film, vom Design zur Typographie. Er durchstreift alle
Felder des Sichtbaren und Unsichtbaren, des Hörbaren und Unhörbaren
– die historische Spannweite seiner Beobachtungen reicht von der
Antike bis Hollywood. Er reflektiert über die Bedingungen aktueller
Kunstproduktion, vom Sponsorenwesen bis zum Museumssystem, von der
Entwicklung der Medien bis zu den Metamorphosen ästhetischer
Subjektivität.
Entscheidend ist aber immer die unnachahmlich überraschende Gangart,
dank welcher sich der Autor von den ausgetretenen Pfaden des
Kunstkommentars entfernt. Durch die Prismen von Sloterdijks Denken
wahrgenommen wird die Kunst als eine heterodoxe Form des Wissens
erfahrbar.
Auto
Peter Sloterdijk, 1947 in Karlsruhe geboren, ist dort seit 1992
Professor für Philosophie und Medientheorie an der Hochschule für
Gestaltung und seit 2001 deren Direktor. Seit 2002 leitet er –
zusammen mit Rüdiger Safranski – die ZDF-Sendung »Im Glashaus – Das
Philosophische Quartett«. 2005 erhielt er den Sigmund-Freud-Preis,
2001 den Christian-Kellerer-Preis für die Zukunft philosophischer
Gedanken und 1993 den Ernst-Robert-Curtius-Preis für Essayistik.
Fazit
Peter Sloterdijk richtet in seiner Schriftensammlung zur Kunst " Der
ästhetische Imperativ " ( dazu ein kluges
Nachwort von Peter Weibel) sein Ohr auf die Klangwelt und
frägt: " Wo sind wir, wenn wir Musik
hören?" Seine Antwort - nachdem er Heidegger's Zitat von "Angst
offenbart das Nicht.. Wir schweben in
Angst" auf das Raum-Zeit-Kontinuum bezogen und aufgearbeitet hat:
"Musik.. ist mehr als nur Sedativ und Narkose...
erinnert auch immer an die kosmische Stille der Existenz.
Weiter referiert er über Licht, Design, Stadt und Architektur, die
Conditio Humana, das Museum und das Kunstsystem. Damit zieht
Sloterdijk einen durchaus schlüssigen Bogen zum Raum-Zeit Phänomen
und setzt abschliessend den Schlussstein in ansprechender Form, wie
wir es von diesem eloquenten kongenialen Denker her kennen: "
Aufklärung, meine Damen und Herren ist heute nichts anderes als
meditationsphilosophische Überwindung des Futur Exakts.. geschieht
als Selbsterzeugung einer meditativen Kybernetik für eine Gegenwart
mit Zukunft und für die Kunst des Gegenwartsseins, in das wir trotz
allem geistesabwesenden Sträuben einen Fuss wenigstens schon gesetzt
haben," Dem können wir nur zustimmen. W.Prankl 08-2 kultur-punkt.
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