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Apollinische En-stase
Die Ethik der Väter, der
alten Dichter und der Religion
setzt sich für die
Gerechtigkeit ein
wegen dessen, was ihr
folgt:
guter Status in der
Gesellschaft, Hochschätzung in der Meinung
der anderen, Belohung
durch die Götter im Jenseits bzw.
in dieser Welt mittels
vieler Nachkommen
unbefangene Sittlichkeit,
jedoch keine Reflexionen
über das, was Sittlichkeit und Gerechtigkeit ihrem Wesen nach
eigentlich sind
objektivistisch-utilitaristische
Auffassung:
die Gerechtigkeit ist
kein unmittelbares Gut,
sondern nur wegen ihrer
Folgen erstrebenswert
vom Subjekte entfernt,
konstituiert von anderen
als ihm,
d.h. von der Gesellschaft
bzw. von den Göttern:
Was diese als gerecht
setzen, gehört befolgt, denn auf die Belohnung kommt es an
Bewusstsein, gerecht und
fromm
das Leben verbracht zu
haben
ist ein wichtiger Garant
für ein friedliches und hoffnungsvolles, ein heiteres Alter
Allgemein-verbindlich und
objektivitätskonstituierend |
Platonische Eu-stase
Annahme einer Homologie
von subjektivem (←) und
objektivem (→) Geist,
von Individuum und Polis
In der individuellen
Seelen („der kleingeschriebene Staat“) wie im Staate („der
grossgeschriebene Mensch“° sind die gleichen ontologischen Gesetze
konstitutiv
Indem die Seele sich
unmittelbar und wahrhaft selbst verwirklicht, schafft sie zugleich
einen gerechten und vernünftigen Staat
Die Gerechtigkeit wird
immanent, rein aus dem (in sich geordneten) Subjekt erklärt, und zwar
aus dem Zusammenspiel der drei Seelenteile
Wie der Staat ist auch
die Seele eine Einheit, die zugleich Vielheit ist:
Aufgabe des
philosophischen Pädagogen ist es, die Gerechtigkeit als Einheit in
dieser Dreiheit bzw. Vielheit sich entwickeln zu lassen:
Sind die drei anderen
Kardinaltugenden Besonnenheit, Tapferkeit und Weisheit jeweils
besonders einem Seelenteil zugeordnet, kommt der Gerechtigkeit deshalb
der Primat zu, weil sie die verschiedenen Seelenteile in das
Seelenganze integriert, indem sie auf die Funktionserfüllung eines
jeden Seelenteils achtgibt.
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Dionysische Ex-stase
Pseudoliberalität und
hemmungsloser Subjektivismus der damaligen ‚progressiven’
Sophisten
Gerecht ist, was dem
selbstbewussten Starken
unmittelbar und ohne
Rücksicht
auf andere Freude macht
Im subjektiven Hedonismus
liegt der Ursprung dessen, was gerecht ist
der Utilitarismus der
alten vorsophistischen und vorsokratischen Polis – für die
Gerechtigkeit nur um eines mit objektiven Kategorien faßbaren Guten
willen erstrebenswert ist – ist überwunden
Verlagerung der
Gerechtigkeit ins Subjekt und deren Emanzipation von einem
relativen zu einem absoluten, um seiner selbst willen erstrebenswerten
Gut
Fortschritt, der erkauft
ist um den Preis eines Verlustes an Substanzialität und an innerem
Wert der Tüchtigkeit (Arete)
Brutaler
Machtpositivismus, in dem jede politische Meinung gleichermassen
akzeptabel erscheint
Dem Subjekt genehm, aber
die Allgemeinheit zersetzend |