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Online-Publikation: Januar 2009 im Internet-Journal
<<kultur-punkt.ch>>
Ereignis-, Ausstellungs-, AV- und Buchbesprechung
<< Erwin Schrödinger: Mein Leben, meine Weltansicht . Die
Autobiographie und der philosophische Testament-Titel "Erwin
Schrödinger, Friedensklasse des Pour de Mérite" posthum
virtuell-real>>
192 Seiten , ISBN 978-3-423-34273-5 , Euro 9,90 [D] 10,20 [A] sFr
17,40
Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2006;
http://www.dtv.de
Inhalt
Die knappe und augenzwinkernde Selbstbeschreibung des genialen und
zugleich äußerst bescheidenen Physikers. Dazu sein weltberühmtes
›philosophisches Testament‹ . Er war eines der größten und zugleich
der bescheidensten Genies des 20. Jahrhunderts. Er empfand stets
Unbehagen, wenn er über sich selbst sprechen sollte, wie das zum
Beispiel bei der Verleihung des Nobelpreises erwartet wird.
Kurz vor seinem Tod verfasste er mit der für ihn typischen
ironischen Knappheit einen Text, der unter dem Stichwort
›Autobiographisches‹ im Nachlass aufgefunden wurde. Weltberühmt
wurde sein philosophisches Testament, das in zwei Teilen, ›Die Suche
nach dem Weg‹ (1925) und ›Was ist wirklich?‹ (1960), seine
philosophischen Gedankengänge darstellt.
Autor
Erwin Schrödinger, geboren 1887 in Wien, gestorben 1964 ebenda,
gehörte zur Elite der Physiker des 20. Jahrhunderts. Mit der
Entdeckung der nach ihm benannten Wellengleichung hat er wesentlich
zur Entwicklung der gesamten Atomphysik beigetragen. Bahnbrechend
waren auch seine Leistungen auf den Gebieten der Farbenlehre, der
Thermodynamik, der statischen Mechanik und der Relativitätstheorie.
1933 erhielt er den Nobelpreis für Physik. 1938 musste er mit seiner
Frau endgültig ins Exil gehen. Wenige Jahre vor seinem Tod kehrte er
nach Österreich zurück.
Fazit
"Ich möchte im Titel heissen: "Erwin Schrödinger, Friedensklasse des
Pour de Mérite" bittet dieser seinen Verlegerfreund Czokor zuletzt.
Der Wunsch seit ihm virtuell-real erfüllt. Staunend,
ergreifend, ja tief berührend ist Schrödingers Lebensbericht
"Mein Leben, meine Weltansicht" .
Schrödinger entfaltet dabei eine Weltsicht mit antiker, indischer
und modernen Denk-Art und gliedert sie nach der "Suche nach dem Weg"
und "Was ist wirklich?" .
Nobelpreisträger* Schrödinger (*für zeitunabhängige
Bewegungsgleichung der nichtrelativistischen
Wellenmechanik)verbindet die Metaebene (in der Gegenstellung gegen
Religion) mit der Physik - von Boltzmann (thermodynamische Quanten
-Naturkonstante und -Statistik) und Hasenöhrl herkommend (Wien
1905), parallel zu Planck und Einstein.
Der Genius loci von Wien und Schrödingers Beziehungsgeflecht zu
seinem engen Freundeskreis wird von ihm sowohl realistisch wie
einfach und anschaulich erzählt, ohne viel
Drumherum - ebenso sprachlich gekonnt wie in seiner meta-/physischen
Denk-Art genial. Eine wunderlich-wunderbare Autobiografie eines
Auserwählten und zugleich Einfachen Wesens liegt vor, als fast
verlorengegangenes Paradigma des Denkens für heute wie morgen.
w.p.08-12 |